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Zitat zum Sonntag #64 aus: Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

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*ZITAT ZUM SONNTAG*

Das Hörbuch mit dem etwas umständlichen Titel „Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ von Gerhard Jäger habe ich gestern begonnen und war bereits nach wenigen Minuten verzaubert von der Sprache und dem Erzählstil des Autors.

Es handelt sich um einen Bergroman, in dem der achtzigjährige Amerikaner John Miller in ein Tiroler Bergdorf reist, um dort Nachforschungen über seinen Vorfahren Max Schreiber anzustellen. Schreiber wurde 1951 Opfer eines Lawinenabgangs, und hat ein Manuskript hinterlassen, das sich im zuständigen Landesarchiv befindet und scheinbar wichtige Informationen für Miller beinhaltet. Jeden Tag besucht der alte Mann das Landesarchiv und studiert dort in aller Ruhe Schreibers Manuskript – die eigentliche Geschichte dieses Romans.

Gerhard Jäger erzählt sowohl die Rahmenhandlung um Miller als auch Max Schreibers Geschichte mit enormer sprachlicher Wucht und zugleich in einem ruhigem, bedächtigen Tempo.

So lässt sich auch der achtzigjährige Miller Zeit, als er sich zum ersten Mal ins Landesarchiv begibt:

Es sind fünf Minuten von meinem Hotel zum Landesarchiv. Ich habe zwei Stunden gebraucht. Nicht, weil die Zeitangabe falsch gewesen wäre oder weil ich den Weg nicht gefunden hätte. Einfach nur, weil ich die Zeit für mich brauchte.

*Verlagsseite*

Diese Zeilen haben mich angesprochen. Ich bewundere es, wenn Menschen sich die Zeit, die sie persönlich brauchen, auch tatsächlich nehmen. Und manchmal tut es einfach gut, eine Handlung unendlich langsam und mit Bedacht auszuführen. Dann können aus fünf Minuten gerne mal zwei Stunden werden. (Wenn man sich diesen zeitlichen Luxus denn leisten kann.)

Für die nächste Woche wünsche ich euch viel Zeit für das, was euch wichtig ist!

Liebe Grüße,

Tina

PS: Allen Besuchern der Frankfurter Buchmesse wünsche ich eine richtig gute und bereichernde Zeit auf der Messe! Vielleicht laufen wir uns ja über den Weg. Ich freue mich über jede Begegnung. 🙂