*Rezension* Vom Warten, Wundern und Wenigeristmehr / Hanna Buiting

Ja, ich weiß – Weihnachten ist längst vorbei. Die Weihnachts-Deko wird gerade wieder in diverse Kartons verstaut, Weihnachts-Bäume werden abgebaut und entsorgt, und man versucht verzweifelt, die zugelegten Pfunde rund um die Hüfte wieder loszuwerden. Aber wie sagt man beim Fußball so schön: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Und so möchte ich euch nun ein adventliches Buch schmackhaft machen, sozusagen schon einmal als Ausblick und Leseanregung für die nächste Adventszeit.

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Neukirchener Aussaat / Taschenbuch / 119 Seiten / 08.09.2015 / Advents-Buch / 8,99 €

• Verlagsseite  • Leseprobe •

Der Inhalt

24 Worte als Wegweiser durch den Advent. 24 Worte, um die sich Geschichten, Gedichte und Gedanken ranken und die von der wunder-vollsten Zeit des Jahres erzählen. Worte, die besser schmecken als Pappkalender-Schokolade und Worte, die von Menschen berichten, die durch eine Begegnung, ein Wagnis oder ein Wunder einen neuen Blick auf ihre Umgebung und das Leben gewinnen.
Am Ende eines jeden Kapitels warten drei Vorschläge. Nichts, was Druck aufbauen soll, sondern Ideen, warum gerade dieser Tag im Advent ein ganz besonderer werden könnte. Nicht umsonst heißt eine der Anregungen: Streiche aus STRESS zwei S und mach was mit dem REST.
Ein Begleiter für Träumende, Suchende, Skeptiker, Ungeduldige, Romantiker und Hoffnungsvolle. Auf jeden Fall aber für Wartende.                                    (Quelle: Neukirchener Aussaat)

Die Gedanken zum Buch

Oh, du Fröhliche?

Ich muss gestehen, dass ich der Advents- und Weihnachts-Zeit, wie man sie heutzutage erlebt – mit all dem Tam-Tam und oft so hektischen Treiben – nicht mehr viel abgewinnen kann. Man hetzt von einer Weihnachtsfeier zur nächsten, versinkt in einem Berg aus Keksen und festlicher Dekoration und weiß vor lauter Geschenke-Kauferei nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Und das unter der beständigen Beschallung von „Jingle Bells“ und „White Christmas“. Die sogenannte Zeit der BeSINNlichkeit kann dann schon mal ausarten in eine SINN-lose Hektik und Betriebsamkeit.

Es geht auch anders

Mit diesen kritischen Gedanken – und Gefühlen – bin ich in die letzte Adventszeit gestartet. Und dann bin ich auf das Buch „Vom Warten, Wundern und Wenigeristmehr“ gestoßen. Ein Titel, der mich sofort angesprochen hat. Denn diese Begriffe drücken genau das aus, wonach ich mit sehne: Warten bedeutet innehalten, sich Zeit lassen, sich auf ein zukünftiges Ereignis freuen. Wundern heißt bewusst wahrnehmen, reflektieren, staunen. Und Wenigeristmehr empfinde ich als befreiend und bereichernd zugleich.

Segen
begleite Deinen Weg
Licht führe
Dich durch jedes Dunkel
warm sei Dein Herz
und Dein Bett
und Dein Leben

(Hanna Buiting, Seite 60)

In diesem Advents-Buch geht es also nicht darum, den Weihnachts-Stress-Pegel noch zu erhöhen und die To-do-Liste zu erweitern. Es geht vielmehr darum, den Advent auf eine besinnliche Art zu erleben und wahrzunehmen. Nachzudenken. Zur Ruhe zu kommen und zu genießen. Vierundzwanzig kurze Kapitel mit Texten und Gedichten aus der Feder der jungen und talentierten Autorin Hanna Buiting laden dazu ein. Es sind Geschichten von Gastfreundschaft und offenen Türen, von Veränderung und Ehrlichkeit, von Hoffnung und Lichtblicken. Aber es gibt auch nachdenkliche und berührende Texte – über Sternenkinder und das Abschiednehmen, über Grenzen und überfüllte Boote, über falschen Glitzer und einen fehlenden Vater. Eins haben alle Texte jedoch gemeinsam: Sie sind wunderschön geschrieben, absolut authentisch und berühren das Herz. Man spürt der Autorin sowohl ihre Freude an Weihnachten als auch ihre Freude am Schreiben bei jeder Geschichte und jedem Gedicht ab.

Außerdem finden sich neben den Texten noch viele kreative Schmankerl – wie ein Rezept für Spekulatius-Tiramisu, eine Bastelanleitung für „musikalische“ Engel und zahlreiche andere inspirierende Anregungen und Ideen.

Vorfreudig

Mir persönlich hat diese Adventskalender-Lektüre richtig gut getan. Etliche Gedichte und Texte habe ich mehrfach gelesen, um sie intensiver wirken zu lassen. Und mehrere Anregungen habe ich umgesetzt – und genossen. Der Autorin ist es gelungen, meine Vorfreude auf das Weihnachtsfest und das Kind in der Krippe von neuem zu wecken. Ich sehe das Drumherum von Weihnachten zwar immer noch kritisch, möchte diese Zeit aber trotzdem bewusst genießen und gestalten – wenn auch in einer abgespeckteren Version. Christmas light sozusagen.

Übrigens: Nachdem ich meiner Familie begeistert von diesem besonderen Advents-Buch erzählt habe, haben wir uns vorgenommen, es während der nächsten Vorweihnachts-Zeit gemeinsam zu lesen. Und darauf freue ich mich.

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Die Autorin

Hanna Buiting, geb. 1992 in Essen, hat Germanistik, Erziehungswissenschaften und Religionswissenschaften studiert. Als freie Autorin und Journalistin arbeitet sie für verschiedene Medien und Organisationen, ist Preisträgerin mehrerer Literaturwettbewerbe und fühlt sich voll und ganz als Buchstabenmensch. In ihrem Blog schreibt sie über Weltansichten und Persönlichkeiten, von Glück und Unglück und über Worte und Werte. Mit ihrem Liebsten lebt sie in Berlin. (Quelle: Neukirchener Aussaat)

Am Ende des Tages
kommt mein Herz zur Ruhe,
lege ich meine Gedanken ab,
die schweren,
und mache aus einem Tag in Moll
eine Nacht in Dur.

(Hanna Buiting, Seite 103)

Das Fazit

„Vom Warten, Wundern und Wenigeristmehr“ ist ein wohltuendes, erfrischendes, kreatives und inspirierendes Adventskalender-Buch mit wunderschönen und tiefgründigen Gedichten, Gedanken und Geschichten rund um die Weihnachts-Thematik. Ein warmherziger Begleiter für den Advent, der jeden Advents-Tag bereichert, die Vorfreude auf Weihnachten und auf das Kind in der Krippe weckt und der das Leserherz zum Strahlen bringt. Wärmstens zu empfehlen für alle, die die Advents-Zeit beSINNlich und ganzheitlich genießen möchten.

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3 Gedanken zu “*Rezension* Vom Warten, Wundern und Wenigeristmehr / Hanna Buiting

  1. Liebe Tina, hier ist noch alles geschmückt, denn wir lieben die Weihnachtszeit – nach unseren Regeln und da stößt dein Buch wohl ins gleiche Horn! Das Cover ist toll, deine Beschreibung noch viel mehr und ich denke, es hüpft für die nächste Adventszeit auf meine WuLi 🙂
    Liebe Lesegrüße, Heike

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  2. Liebe Tina!

    Bis Maria Lichtmess kann man Weihnachten feiern! Es ist 40 Tage nach Weihnachten, am 2. Februar und mit dem Fest schließt sich der Weihnachtsfestkreis.

    Also bei uns ist noch immer alles geschmückt, obwohl das wohl bald runter kommen wird. Und ich glaube ich habe ein Nikolausgeschenk für meine Familie gefunden.

    Liebe Grüße
    MeerderWörter

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  3. Pingback: Das Bloggerregal – Meine Lesetipps in der Buchhandlung | super.lese.helden

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