„Ich.darf.nicht.schlafen.“ von Steve Watson *Kurzrezension*

Ich. Darf. Nicht. Schlafen.

Preis: 9,99 €
Taschenbuch-Ausgabe:  397 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch (20. September 2012)
ISBN: 978-3-596-19146-8
Originaltitel: Before I Go To Sleep
Genre: Thriller

Der Klappentext

Ohne Erinnerung sind wir nichts. Stell dir vor, du verlierst sie immer wieder, sobald du einschläfst. Dein Name, deine Identität, die Menschen, die du liebst – alles über Nacht ausradiert. Es gibt nur eine Person, der du vertraust. Aber erzählt sie dir die ganze Wahrheit?

Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter älterer Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang zwanzig ist, wie sie denkt – sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor vielen Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist. Sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben, der sich immer um sie gekümmert hat. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben – und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? Wem kann sie trauen, wenn sie sich nicht einmal auf sich selbst verlassen kann?

Die Gedanken zum Buch

Steve Watsons Debüt ist ein überaus packender Thriller, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Der Titel war wie Befehl an mich selber: „Ich darf nicht schlafen! Ich muss zuerst das Buch beenden!“ 🙂 Christines tragische Geschichte – jeden Morgen ohne Erinnerung an Vergangenes aufzuwachen – hat mich von Anfang an gefesselt und berührt. Ich habe mit der Protagonistin gefühlt, gelitten und gehofft. Da der Autor seinen Thriller aus der Ich-Perspektive – von Christine – erzählt, konnte ich sehr schnell in die Handlung hinein finden und mich teilweise gut mit der Heldin identifizieren. Christine bekommt mit Hilfe ihres Tagebuches und ihres Therapeuten Stück für Stück Einblick in ihre Vergangenheit und sehnt sich immer mehr nach einem normalen Leben – als „normale“ Frau ohne Gedächtnislücken. Doch je mehr sie über ihr vergangenes Leben herausfindet, desto weniger weiß sie, wem sie vertrauen kann. Das beklemmende Gefühl, dass irgendetwas mit ihr, ihrem Leben und ihrer Familie nicht stimmt, beschleicht sie und lässt sie nicht mehr los. Hier gelingt es Steve Watson sehr gut, immer größere Spannung aufzubauen und diese bis zum Schluss aufrechtzuerhalten. Außerdem bin ich beeindruckt, wie authentisch und glaubwürdig der Autor – als Mann – aus der Sicht einer Frau erzählt.

Obwohl der Thriller durchaus mitreißend ist und ich ihn in einem Rutsch verschlungen habe, gibt es doch Kritikpunkte. Insgesamt habe ich die Handlung als zu eindimensional empfunden. Ich hätte mir mehr Verstrickungen und mehr zu lösende Rätsel gewünscht. Bei „Ich darf nicht schlafen“ läuft alles auf eine Fragestellung hinaus, und das war mir zu wenig – zu wenig komplex. Dadurch wirken die Charaktere recht flach und oberflächlich. Christines Geschichte und ihr Schicksal hat mich zwar beim Lesen berührt, ist aber danach genauso schnell, wie ich das Buch gelesen habe, wieder verhallt. Ein fesselnder Pageturner, der allzu schnell verklingt und keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Die Bewertung

7 / 10

lese.helden.punkte

4 Gedanken zu “„Ich.darf.nicht.schlafen.“ von Steve Watson *Kurzrezension*

  1. Huhu,
    ich habe das Buch auch noch auf meinem SUB und schon ähnliche Meinungen darüber gehört. Deswegen liegt es da wahrscheinlich auch noch 😉 Da ich viele Thriller lese befürchte ich, dass es mir dann wahrscheinlich auch zu geradlinig und vorhersehbar sein. Aber irgendwann wird es gelesen.

    Liebe Grüße, Julia

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    • Auch wenn ich vom Buch nicht ganz überzeugt war, liest es sich doch „gut“ und flüssig. Man wird auf jeden Fall gut unterhalten. 🙂 Aber den dazugehörigen Film werde ich mir nicht anschauen.
      LG, Tina

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  2. Ich habe das Hörbuch während des Trainings im Fitnesscenter gehört, fand es dann aber zu spannend und beschlossen, es lieber zu lesen. 😀
    Müsste bald im Briefkasten liegen. Hast du auch den Film dazu gesehen?

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    • Mir geht´s auch so, dass ich manche Romane – besonders Thriller – nicht so gerne als Hörbuch höre, sondern lieber lese. Dann kann ich im „Notfall“ immer mal eine Seite überspringen. 🙂 Den Film habe ich übrigens noch nicht gesehen, und werde das wahrscheinlich auch nicht tun, da ich das Ende ja jetzt schon kenne. 🙂

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