*Buchrezension* „Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backman

 

Preis: 18,99 €
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 2 (18. August 2014)
ISBN: 978-3810504807
Originaltitel: En man som heter Ove

Der Klappentext

Ove ist der Nachbar aus der Hölle: Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde, schreibt Falschparker auf, räumt Fahrräder an ihren Platz und prüft die Mülltrennung. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr im Leben und trifft praktische Vorbereitungen zum Sterben. Doch dann zieht im Reihenhaus nebenan eine junge Familie ein, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet…

Der Held

Ove ist ein ganz besonderer Mensch. Er ist griesgrämig, grantig, pedantisch und gibt sich immer alle Mühe, unfreundlich zu sein. Sein Alltag verläuft stets nach dem selben Schema, bestimmte Gewohnheiten – wie sein allmorgendlicher Kontrollgang durch die Reihenhaussiedlung – sind für ihn lebenswichtig. Auch die Wahl der Automarke ist für Ove ganz entscheidend. Für ihn kommt hier nur ein Saab infrage. Ove ist ein Mann, der sich an Regeln und Gesetze hält und diese sehr ernst nimmt. Daher kann er auch wahnsinnig wütend werden, wenn ein Mitbürger ein Gesetz überschreitet. Autofahren – was in der Reihenhaussiedlung verboten ist – bringt ihn so richtig auf die Palme. Dabei ist Ove oft unfreiwillig komisch und ich musste so einige Male herzhaft über ihn lachen. Er gerät ständig mit anderen Menschen aneinander und bekommt sogar im Krankenhaus Hausverbot, als er den Krankenhaus-Clown verprügelt. Seit dem Tod seiner Frau Sonja ist Ove am liebsten alleine. Ohnehin schon wortkarg und eigenbrötlerisch, schottet er sich immer mehr von seinen Nachbarn ab. Dies ändert sich jedoch, als er seine neuen Nachbarn kennen lernt, denn die junge Familie braucht mehrmals seine Hilfe und bringt Oves geordneten Alltag ganz schön durcheinander.

Neben seiner ruppigen und unfreundlichen Art ist Ove unheimlich großherzig und treu. In ihm steckt so eine gute Seele, dass ich ihn beim Lesen von manchen Szenen am liebsten umarmt hätte, wäre das möglich gewesen… Er hat seine verstorbene Frau aus tiefstem Herzen geliebt und vermisst sie ganz fürchterlich. Ove konnte ihr keinen Wunsch abschlagen, auch wenn er immer zuerst einmal gemeckert hat. Und so kann er auch nicht wirklich „Nein“ sagen, als ihn seine neue Nachbarin um Hilfe bittet, auch wenn sie Ove bei seinen Selbstmordvorbereitungen stört.

Ove ist zwar ein komischer Kauz, dennoch ist er liebenswert und man muss ihn einfach gern haben. Die Beziehung zwischen Ove und seiner Frau Sonja, von der der Leser in Rückblenden Stück für Stück erfährt, hat mich sehr berührt. Auch die Art, wie die beiden miteinander umgegangen sind und wie Sonja ihren Mann in seiner ganzen Persönlichkeit angenommen hat, fand ich einfach wunderschön.

Der Autor

Der schwedische Autor Fredrik Backman hat mit „Ein Mann namens Ove“ seinen ersten Roman verfasst. Früher hat er als Gabelstapler-Fahrer und Kolumnist gearbeitet und wurde als Blogger bekannt. Fredrik Backman ist Jahrgang 1981 und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Stockholm. Sein zweiter Roman „Oma lässt grüßen und sagt, er tut ihr leid“ ist bereits ein Riesenerfolg in Schweden und erscheint voraussichtlich im August 2015 auch bei uns in Deutschland.

Backmans Schreibstil ist auf den ersten Blick ein wenig gewöhnungsbedürftig, er benutzt viele Wiederholungen und teilweise kurze, abgehackte Sätze, aber mir hat der Stil nach einigen Seiten sehr gut gefallen und ich konnte mich schnell in Oves Welt hinein finden. Ich finde es bemerkenswert, dass ein Autor schon mit einem Debütroman so ein wunderschönes Werk schaffen kann.

Die eigene Meinung

„Ein Mann namens Ove“ ist ein ruhiges, herzerwärmendes Buch mit einer rührenden Liebesgeschichte. Dem Autor gelingt es ganz wunderbar, die richtige Balance zwischen Humor und Tragik zu finden. Mich persönlich hat der Roman und besonders Oves (Lebens-)Geschichte sehr berührt und ich habe mich des Öfteren köstlich über Ove amüsieren können. Mir hat es richtig gut getan, mich in dieses Buch zu vertiefen. Ich habe es mit einem Lächeln im Gesicht aus der Hand gelegt und dabei ist mir der Abschied von dieser Lektüre und damit von Ove nicht ganz leicht gefallen…

Die Bewertung

9 / 10

lese.helden.punkte

Ein Gedanke zu “*Buchrezension* „Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backman

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