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*Rezension* Ganz schön fairrückt / Anja Schäfer

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SCM R. Brockhaus /// 144 Seiten /// gebundene Ausgabe /// Januar 2015 /// 10,95 EUR

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Edit: Der Titel ist seit einiger Zeit bei SCM vergriffen.

Ab dem 11. März 2019 ist das Buch in einer überarbeiteten Neuauflage beim Neukirchener Verlag erhältlich.

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Umwelt? Bewusst!

Anja Schäfers Buch „Ganz schön fairrückt“ dreht sich rund um das Thema Umwelt und ein umweltbewusstes Leben. Die Autorin beleuchtet dabei verschiedene Bereiche, die unseren Umgang mit der Umwelt betreffen. Sie informiert über die Massentierhaltung, den Anbau von Bio-Obst und -Gemüse, die Verwertung von Plastik(-Müll), sowie über die Arbeitsbedingungen der asiatischen Mitarbeiterinnen in der Bekleidungsindustrie. Sie klärt auf über einen fairen Handel mit Kaffee und exotischen Früchten, und sie berichtet davon, wie sie selber angefangen hat, sich Schritt für Schritt für einen fairen Lebensstil einzusetzen. Ihre persönlichen Erfahrungen mit der Umsetzung ihrer umweltfreundlichen und „fairrückten“ Ziele lässt Anja Schäfer in jedes Kapitel mit einfließen.

Das Buch ist sehr übersichtlich gegliedert, und jedes Kapitel wird mit ansprechenden Illustrationen und passenden Zitaten eingeleitet. Am Ende der Kapitel finden sich interessante Weblinks zum jeweiligen Themenbereich, sowie eine Liste mit hilfreichen Tipps – wie zum Stromsparen oder zum fairen Einkauf von Kaffee oder Fisch.

Umweltfreundlich und alltagstauglich – Schritte in ein fairrücktes Leben

Ich mache mir schon seit einiger Zeit Gedanken über eine möglichst umweltfreundliche Gestaltung des Alltags mit allem, was dazu gehört – vom Fleischkonsum, über den Einkauf von Bio-Produkten bis hin zur Vermeidung von Plastik-Müll. Daher habe ich mich sehr auf und über die Lektüre von „Ganz schön fairrückt“ gefreut und war äußerst gespannt auf neue Erkenntnisse zu diesem Thema. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Autorin gibt zahlreiche gute Tipps für ein umweltbewusstes und faires Leben, die alle umsetzbar sind. Sehr gut gefallen hat mir, dass Anja Schäfer realistisch und ganz praktisch an die Umwelt-Thematik herangeht und sich unwahrscheinlich motivierend – und ehrlich – dazu äußert. Dabei zeigt sie auch Grenzen auf, die es bei einem fairen Lebensstil gibt – sei es finanzieller, zeitlicher oder persönlicher Art. Nichtsdestotrotz ermutigt sie ihre Leserschaft – ganz ohne erhobenen Zeigefinger – das eigene Konsumverhalten und die eigenen Kauf- und Ernährungsgewohnheiten zu hinterfragen. Ihre Worte regen zum Nachdenken an, motivieren zur Veränderung und machen Mut, Schritte in ein „fairrücktes“ Leben zu wagen. Beim Lesen wird deutlich, dass es nicht um eine perfekt umweltfreundliche Alltagsgestaltung geht, sondern vielmehr um einen Anfang. Darum, mit kleinen Schritten das Alltagsleben in eine umweltbewusste Richtung zu verändern und den Blick für unsere Welt und Umwelt immer wieder zu schärfen. Diese Sichtweise finde ich unheimlich sympathisch und sie motiviert mich, mich für Gottes gute Welt einzusetzen.

Ein weiterer Pluspunkt ist der überzeugende Schreibstil der Autorin. Sie schreibt auf eine unterhaltsame, lebendige Art, die es mir leicht gemacht hat, ihren Ausführungen zu folgen. Auch ihre christliche Einstellung und die theologischen Bezüge wirken an keiner Stelle aufdringlich oder übertrieben „fromm“, sondern vervollständigen die Darstellungen zur Umwelt-Thematik.

Nach der Beendigung dieses hilfreichen Ratgebers habe ich neue Erkenntnisse über eine ökologische Lebensweise gewonnen, viele nachhaltige Umwelt-Tipps bekommen und bin wild entschlossen, diese nun im Alltag umzusetzen.

Fazit

Ich lege dieses wunderbare Buch jedem ans Herz, der sich intensiver mit einer umweltfreundlichen Lebensgestaltung beschäftigen und praktische, umsetzbare Tipps dazu erhalten möchte. Es lohnt sich unbedingt, diesen wertvollen Ratgeber zu lesen und in ein „ganz schön fairrücktes“ Leben zu starten! 🙂


Inhalt: Einfach mal anfangen, dachte Anja Schäfer, als ihr immer deutlicher bewusst wurde, dass unser heutiger Lebensstil häufig auf Kosten anderer geht. Sie begann, nach alltagstauglichen Wegen zu suchen, ein nachhaltiges und menschenfreundliches Leben zu führen. Sie beschloss, großzügiger zu werden, eine Kauf-nix-Woche einzulegen, die Frage nach dem Bio-Apfel aus Neuseeland für sich zu klären, die Massentierhaltung so gut wie möglich zu boykottieren, mehr selbst zu machen, nie SUV zu fahren und dabei herauszufinden, was Gott eigentlich zu dem Thema denkt. Ein unterhaltsamer und unglaublich motivierender Begleiter für die eigene Reise hinein in das Abenteuer eines fairrückten Lebens. (Quelle: SCM R. Brockhaus)

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*Rezension* Hochsensible in der Partnerschaft / Brigitte Schorr

gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: SCM Hänssler (Januar 2015)
ISBN: 978-3-7751-5572-4
Genre: Ratgeber
Preis: 17,95 €

Der Inhalt

Erfüllung in der Partnerschaft: Danach sehnen sich alle Paare. Doch das erfordert viel Engagement. Ist einer der Partner hochsensibel, kommen noch zusätzliche Herausforderungen hinzu. In ihrem Buch erklärt Brigitte Schorr, was Hochsensibilität bedeutet und wie sie Beziehungen beeinflusst. Zum Beispiel die Alltags- und Freizeitgestaltung, den gemeinsamen Urlaub oder Konfliktsituationen. Die Autorin gibt praxiserprobte Tipps, wie beide Partner einen guten Umgang miteinander lernen können. Dabei schöpft sie aus ihrem persönlichen Erfahrungsschatz und ihrer Arbeit als psychologische Beraterin. (Quelle: SCM Hänssler)

„Hochsensibel zu sein, heißt, innere und äußere Reize stärker wahrzunehmen als Nicht-Hochsensible. Wer mit dieser Veranlagung geboren wird, reagiert stark auf Gerüche, Geräusche, Stimmungen, Befindlichkeiten anderer Menschen, unausgesprochene Erwartungen und macht sich sehr viele Gedanken (…) über das eigene Sein und den Umgang mit anderen.“ -Brigitte Schorr-

Die Gedanken zum Buch

Brigitte Schorr hat ein interessantes und umfangreiches Buch rund um das Thema „Hochsensibilität“ geschrieben, bei dem sie den Schwerpunkt auf die Hochsensiblität in Beziehungen legt. Die Autorin beschreibt zunächst die hochsensitive Veranlagung – von der viele Menschen geprägt sind – zeigt verschiedene Erklärungsansätze für hochsensibles Empfinden auf und informiert über die Kriterien der Hochsensibilität. Dabei nennt sie vier Kriterien, die hochsensible von normalsensiblen Personen unterscheiden: die schmale Komfortzone, die schnelle Überreizbarkeit, das lange Nachhallen von Ereignissen sowie die individuelle Wahrnehmungsfähigkeit. Desweiteren widmet sich Brigitte Schorr intensiv den Auswirkungen von Hochsensibilität auf eine Partnerschaft. Sie geht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Energiereserven von hochempfindsamen und normalsensiblen Partnern ein, auf die verschiedenartige Wahrnehmungsfähigkeit, auf unterschiedlich empfundene Körperlichkeit und Sexualität sowie auf den unterschiedlichen Umgang mit freien Zeiten wie auch mit Konflikten. In jedes Kapitel lässt Frau Schorr praktische und umsetzbare Tipps für beide Partner mit einfließen. Sie ermutigt dazu, die eigene Veranlagung der Hochsensibilität – oder die des Partners – zunächst wertfrei zu betrachten und anzunehmen, um sie dann immer mehr als Ganzes schätzen zu lernen – mit allen Schwächen und allen Stärken.

Im letzten Teil des Buches ist der Fragebogen „Bin ich hochsensibel?“ zu finden, der dem Leser und der Leserin Aufschluss über eine mögliche Hochsensibilität geben kann. Außerdem hat die Autorin hilfreiche Website-Empfehlungen und Tipps für weiterführende Literatur aufgelistet.

Die eigene Meinung

„Hochsensible in der Partnerschaft“ ist ein äußerst gelungenes, informatives und wichtiges Buch über eine Thematik, die zwar viele Menschen betrifft, aber häufig gar nicht wahrgenommen oder zur Sprache gebracht wird. Zahlreiche Menschen sind sich – so glaube ich – nicht bewusst, dass sie hochsensibel sind, sondern halten sich eher für überempfindlich und wenig belastbar. Ich denke, dass das Buch für manchen Aha-Effekt bei empfindsamen Leserinnen und Lesern sorgen wird und dass es dabei helfen kann, sich selbst, seine Wahrnehmung und auch sein Gegenüber besser zu verstehen. Nicht zuletzt deswegen, weil Brigitte Schorr auf eine sehr einfühlsame, verständnisvolle und wertschätzende Art über das Thema schreibt. Beim Lesen habe ich deutlich gemerkt, dass sie selber auch zu den hochsensiblen Personen gehört. Sie schreibt somit als „Betroffene“ – aber auch als Expertin und Fachfrau. Obwohl die Autorin als psychologische Beraterin tätig ist und über ein großes Fachwissen verfügt, ist ihr Schreibstil sowohl leicht verständlich als auch anschaulich, und sie bezieht etliche Beispiele aus der Praxis in ihre theoretischen Ausführungen mit ein.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Thematik der Hochsensibilität in diesem Buch ganzheitlich behandelt wird. Hier werden beide „Seiten der Medaille“ beleuchtet – die Herausforderungen, die eine hochsensible Veranlagung mit sich bringt, aber auch die Bereicherung, die diese für das eigene Leben und für das des Partners darstellt. Ich habe gelernt, dass Hochsensibilität auf der einen Seite eine gewisse Einschränkung bedeuten kann, auf der anderen Seite aber eine besondere Gabe sowie eine großartige Chance für ein „tiefes“ Leben und Erleben beinhaltet. 🙂 Ich wünsche, dass jeder hochsensible Mensch diese „Gabe“ als wesentlichen Teil seiner Persönlichkeit akzeptieren und WERT-schätzen kann. 🙂

Die Autorin

Brigitte Schorr studierte Soziologie, Verhaltens- und Erziehungswissenschaften. Sie ist Gründerin und Leiterin des Instituts für Hochsensibilität, arbeitet in der Erwachsenenbildung und bietet als psychologische Beraterin Hilfe für hochsensible Menschen an. (Quelle: SCM Hänssler)

Die Autorin hat weitere Bücher zur Thematik verfasst: „Hochsensible Mütter“ und „Hochsensibilität – Empfindsam leben und verstehen“.

Das Fazit und die Bewertung

Ein wertvoller Ratgeber für hochsensible Menschen, die mehr über sich, ihre Hochsensibilität und einen guten Umgang damit – besonders in Bezug auf die eigene Partnerschaft – erfahren möchten. Auch Nicht-Hochsensible können von der Lektüre dieses Buches profitieren und lernen so ihren hochsensitiven Partner besser kennen und verstehen. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Lese-Empfehlung und damit zehn lese.helden.punkte. 🙂

 

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„Lebenslügen, die wir verinnerlicht haben“ von Reinhold Ruthe *Rezension*

Preis: 8,99 €
Taschenbuch: 144 Seiten
Verlag: Brunnen Verlag (September 2013)
ISBN: 978-3-7655-4215-2
Genre: Ratgeber

Der Inhalt

Es ist erstaunlich, wie oft Menschen sich selbst belügen und wie hartnäckig sie ihre Einsichten und logischen Überzeugungen für unumstößlich wahr halten. Diese mehrheitlich unbewussten und versteckten Selbsteinreden sind oft schwerer zu korrigieren als Lügen, die klar als Unwahrheiten erkannt werden. Das Buch will Wege aufzeigen, wie solche Überzeugungen verändert, wie bestehende Prägungen überwunden und wie lästige Lügen abgelegt werden können. (Quelle: Brunnen Verlag)

Der Autor

Reinhold Ruthe, geboren 1927, ist verheiratet mit Charlotte, mit der er die erste deutsche Eheschule gründete. Er ist Eheberater und Psychotherapeut für Kinder und Jugendliche und leitete bis 1990 eine evangelische Familienberatungsstelle. Später Dozent für Psychologie und Pädagogik an zwei staatlichen Fachschulen. Er gründete mit Frau und Tochter das Magnus-Felsenstein-Institut für beratende und therapeutische Seelsorge und ist Autor von über hundert Büchern. (Quelle: Brunnen Verlag)

Die Gedanken zum Buch

Der Autor bietet in seinem Buch einen Überblick über verschiedene Arten von Lebenslügen, die man – meist unbewusst – in die eigene Gedanken- und Gefühlswelt übernommen hat. Dabei spricht Reinhold Ruthe Themen an wie Schuldgefühle, Verwöhnung, Eifersucht, Vorurteile, Perfektionismus und Selbstmitleid. Als Psychotherapeut nennt er etliche Beispiele aus seiner Praxis, was seine Ausführungen lebendig veranschaulicht. Beim Lesen wird deutlich, dass der Autor über jahrelange Berufserfahrung verfügt. Reinhold Ruthe schreibt aus einer christlichen Sicht und lässt seinen Glauben an Gott und seine christlichen Überzeugungen stark in sein Buch mit einfließen. Im letzten Kapitel gibt der Autor 14 Denkanstöße, wie man mit Lebenslügen umgehen und sie ablegen kann. Das Buch ist übersichtlich und gut strukturiert und auch für einen Laien leicht verständlich zu lesen.

Die eigene Meinung

Reinhold Ruthe ist es gelungen, ein informatives, übersichtliches und vor allem aufschlussreiches Buch über das Thema „Lebenslügen“ zu verfassen. Dabei motiviert er seine Leserschaft, irrige Gedanken, Einstellungen und Verhaltensmuster zu entdecken und aufzudecken. Der Autor formuliert viele Fragen, die den Leser direkt ansprechen und zum Nachdenken inspirieren. Ich bin beim Lesen auf wichtige Lebenslügen aufmerksam geworden und habe meine Gedankenmuster und Verhaltensweisen daraufhin reflektiert. Einige Denkanstöße fand ich äußerst aufschlussreich und hilfreich – wie beispielsweise das folgende Zitat:

Nicht die Tatsachen bestimmen unser Leben, sondern wie wir sie deuten. Die Wirklichkeit ist so, wie wir sie erleben. Die Welt ist so, wie wir sie empfinden. (Seite 54)

Insgesamt ist mir allerdings aufgefallen, dass der Schwerpunkt des Buches auf den verschiedenen Lebenslügen und deren Aufdeckung liegt. Hier hätte ich mir deutlich mehr praktische Tipps und Hilfestellung zum Umdenken gewünscht.

Die Bewertung

Ein empfehlenswertes Buch für alle, die mehr über die unterschiedlichen Arten von Lebenslügen erfahren möchten und motiviert sind, diese im eigenen Denken und Handeln aufzuspüren und zu erkennen.