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„Göttlich verdammt“ von Josephine Angelini *Kurzrezension*

Preis: 9,99 €
Taschenbuch-Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Oetinger (1. Oktober 2013)
Originaltitel: Starcrossed
ISBN: 978-3-8415-0137-0
Genre: Fantasy
ab 14 Jahren
Band 1 der „Göttlich“-Trilogie

Der Klappentext

Schicksalhafte Liebe, antike Fehde, göttliches Erbe!

Die 16-jährige Helen lebt bei ihrem Vater auf Nantucket – und langweilt sich. Ihre beste Freundin Claire hofft, dass nach den Ferien endlich etwas Aufregendes passiert. Der Wunsch geht in Erfüllung, als die Familie Delos auf die Insel zieht. Alle sind hin und weg von den äußerst attraktiven Neuankömmlingen. Nur Helen spürt von Anfang an großes Misstrauen. Gleichzeitig plagen sie plötzlich düstere Albträume, in denen drei unheimliche Frauen Rache nehmen wollen. Es scheint eine Verbindung zwischen ihnen und Lucas Delos zu geben. Was dahintersteckt, erfährt Helen erst nach und nach: Lucas und sie stammen von Halbgöttern ab und sind dazu verdammt, einen erbitterten Kampf auszulösen – indem sie sich ineinander verlieben …

Der ultimative Roman für alle „Biss“- und „Panem“-Fans – mit dem hinreißenden Sehnsuchtspaar: Helen und Lucas. Eine Highschool-Romanze mit Elementen aus der griechischen Mythologie.

Die Gedanken zum Buch

Ich wollte die „Göttlich“-Trilogie schon seit längerer Zeit lesen, da die Reihe so lange auf der Bestsellerliste stand. Das hat mich neugierig gemacht, und ich bin mit recht hohen Erwartungen an den ersten Band herangegangen. Meine Erwartungen wurden zwar nicht völlig enttäuscht, aber auch nicht erfüllt. Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen, die Geschichte um Helen ist spannend und der Bezug zur griechischen Mythologie ist sehr interessant. Beim Lesen bin ich jedoch des Öfteren über den etwas ungelenken und hölzernen Schreibstil der Autorin gestolpert. Manche Stellen des Romans fand ich – für einen Bestseller – schlecht formuliert und hätte mir hier mehr von Josephine Angelini erhofft. Auch der Liebesgeschichte fehlt es meiner Meinung nach an Romantik und Spannung. Zwischen Helen und Lucas habe ich kein richtiges „Knistern“ gespürt – ich habe den Verlauf der Liebesbeziehung eher als Abhandlung empfunden. Helens Charakter hat mir von Anfang an gut gefallen. Obwohl sie wunderschön aussieht, ist sie keineswegs eingebildet oder arrogant, sondern schüchtern und zurückhaltend. Sie ist sich weder ihres guten Aussehens, noch ihrer Stärke bewusst und lernt erst nach und nach ihre besonderen Gaben und außergewöhnlichen Fähigkeiten kennen. Im Laufe der Handlung verändert sich Helen und gewinnt neben ihren „Superkräften“ auch an innerer Stärke und Selbstbewusstsein. Lucas dagegen bleibt ziemlich eindimensional. Auch er ist mit umwerfender Attraktivität und besonderen Kräften gesegnet – ich hätte aber gerne noch mehr über seine Persönlichkeit und sein Innenleben erfahren. Die Geschichte an sich fand ich sehr packend – mit einem Spannungsbogen, der größtenteils aufrechterhalten wird. Durch die Elemente der griechischen Mythologie habt sich die Handlung von den meisten Fantasy-Romanen ab. „Göttlich verdammt“ bietet unterhaltsamen und leichten Lesestoff, allerdings ohne wirklichen Tiefgang. Trotz der Kritikpunkte habe ich vor, auch noch die beiden anderen Teile zu lesen und kann die Reihe weiterempfehlen an jüngere und ältere 😉 Mädchen, die Fantasy mögen.

Die Bewertung

7/10

lese.helden.punkte

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Hörbuchrezension „Obsidian – Schattendunkel“ von Jennifer L. Armentrout

Sprecher: Merete Brettschneider

Laufzeit: 10 Stunden 41 Minuten (ungekürzte Ausgabe)

Hörbuch-Hamburg-Verlag, April 2014

Ab 14 Jahren

Genre: Fantasy

 Die Geschichte

Die siebzehnjährige Katy Swartz zieht mit ihrer Mutter vom sonnigen Florida in die graue Kleinstadt Ketterman, West Virginia. Nicht nur, dass sie von dieser Situation wenig begeistert ist – sie kennt in ihrer neuen „Heimat“ keine Menschenseele und hat zu allem Überfluss keinen Zugang ins Internet. Somit kann sie noch nicht einmal ihrem geliebten Hobby, dem Bloggen, nachgehen. Als Katys Mutter sie überredet, bei den Nachbarn zu klingeln, um neue Leute kennen zu lernen, begegnet sie zum ersten Mal Daemon Black. Der sieht zwar wahnsinnig gut aus, ist aber auch genauso unfreundlich, arrogant und ablehnend. Katy freundet sich mit seiner Schwester Dee an und versucht, Daemon so gut es geht aus dem Weg zu gehen. Dies gestaltet sich allerdings als schwierig, da sich ihre Wege ständig kreuzen und den Jungen außerdem ein dunkles Geheimnis umgibt, in das auch Katy immer tiefer hineingezogen wird.

Dies ist der erste Band der Obsidian-Reihe von Jennifer L. Armentrout. Der zweite Band sowie das Hörbuch erscheinen am 21. November 2014.

Die Helden

Obsidian wird aus der Sicht von Katy erzählt und somit erhält man einen tiefen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Auch die anderen Charaktere lernt man durch Katys Schilderungen und Eindrücke kennen. Sie selber beschreibt sich als normal, brav und fast schon langweilig. Ein normales Highschool-Mädchen, das ihrer Mutter keinerlei Ärger bereitet und das immer anständige Noten mit nach Hause bringt. Ich finde Katy ganz und gar nicht langweilig. Sie war mir direkt zu Beginn der Handlung sehr sympathisch und ich mag besonders die Tatsache, dass sie Bücher und Bibliotheken liebt und eine leidenschaftliche Bloggerin ist. Außerdem ist Katy in ihrem Auftreten ehrlich und authentisch und sagt (fast) immer, was sie denkt. Sie begegnet Daemon, der sie oft mit Herablassung und Arroganz behandelt, mit der nötigen Patzigkeit und fährt im Laufe der Handlung immer mehr ihre Krallen aus. Wahrscheinlich wird sie auch aus diesem Grund von Daemon als „Kitty Cat“ und „Kätzchen“ bezeichnet, was ihr jedoch überhaupt nicht gefällt. Als sich Daemon in einer äußerst prekären Situation befindet, beweist sich Katy als ungemein tapfer und mutig. Sie stellt sich allen Gefahren und findet immer mehr zu ihrer inneren und äußeren Stärke.

So sympathisch Katy dem Hörer bzw. Leser erscheint, so unsympathisch ist Daemon. Er ist der absolute Macho – unheimlich attraktiv, aber arrogant, überheblich und unhöflich. Hin und wieder zeigt Daemon auch galante, ritterliche Züge, mit denen er sich Bonuspunkte bei Katy und dem Hörer/Leser einhandelt. Trotzdem ist es Katy ein Rätsel, warum Daemon so launenhaft mit ihr umspringt. Erst nach und nach erfährt sie den Grund für sein unfreundliches und abweisendes Verhalten. Ein Teil von Katy fühlt sich von Daemons Art zutiefst abgestoßen, ein anderer Teil von ihr ist fasziniert und hingerissen von ihm. Auch Daemon scheint mit seinen Gefühlen für Katy zu kämpfen. Man bekommt den Eindruck, als würde er vergebens versuchen, nichts für Katy zu empfinden, sie sogar zu vergraulen.

Zwischen Katy und Daemon herrscht von Anfang an eine elektrisierte Spannung – es knistert von den widersprüchlichsten Gefühlen. Die Beziehung und das ganze „Hin und Her“ zwischen den beiden nimmt einen Großteil der Handlung von Obsidian ein und dominiert meiner Meinung nach das Buch.

Die Sprecherin

Merete Brettschneider arbeitet als Synchronsprecherin (Emergency Room u.a.) und Schauspielerin. Außerdem hat sie mehrere Hörbücher eingelesen und wirkt bei verschiedenen Hörspielreihen mit. Merete Brettschneider hat eine sehr angenehme und charmante „Jungmädchen“-Stimme, mit der sie Obsidian so überzeugend interpretiert, dass ich mich sofort in Katys Welt hinein versetzen konnte.

Die eigene Meinung

Obsidian ist ein unterhaltsames und teilweise spannendes Hörbuch, sehr lebendig und authentisch gesprochen von Merete Brettschneider. Auch wenn mich einige Details an die Biss-Trilogie erinnern, setzt sich das Buch doch von anderen Fantasy-Romanen ab. Daemons Geheimnis und mit ihm die fantastischen Elemente der Handlung finde ich erfrischend „anders“. Die Handlung kommt jedoch nur schleppend in Gang und wird am Anfang ganz von der Beziehung zwischen Katy und Daemon bestimmt. Erst im zweiten Drittel des Hörbuchs bringt die Autorin Jennifer Armentrout mehr Spannung in die Geschichte. Zum Schluss gibt es etliche mit Action geladene Szenen, die Armentrout so überzeugend sprachlich gestaltet hat, dass ich mir mehr davon gewünscht hätte. Auch wenn mich die dominierende Liebesgeschichte ein wenig gestört hat, bin ich gespannt auf die Fortsetzung Onyx, die am 21. November 2014 erscheint und werde mir dieses Hörbuch auf jeden Fall zulegen.

Die Bewertung

8/10 lese.helden.punkte