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*Rezension* Das Feuerzeichen / Francesca Haig

2015-10-28 13.03.52

Original: The Fire Sermon / aus dem Englischen von Kathrin Wolf / gebunden / 480 Seiten / Heyne / 26.10.2015 / Jugendbuch ab 13 Jahren / Band 1/3 / 16,99 €

• Verlagsseite  • Leseprobe •

Der Inhalt

Die Geschwister Zach und Cass leben in einer zerstörten Welt, in der nur noch Zwillinge geboren werden. Keiner der beiden kann ohne den anderen überleben, obwohl sie grundverschieden sind – Alphas sind perfekt, während Omegas einen Makel tragen und verstoßen werden. Cass ist eine Omega, und wenn sie frei sein will, muss sie gegen ihren größten Feind kämpfen: ihren Zwillingsbruder Zach. (Quelle: Heyne)

Die Gedanken zum Buch

Wie wird die Welt in vierhundert Jahren aussehen? Wie werden die Menschen dann leben? Wird es friedlich zugehen? Harmonisch? Oder eher konfliktär, kriegerisch, gewalttätig? Diesen Fragen hat sich die Autorin Francesca Haig in diesem dystopischen Roman gestellt – und sie mit einer fesselnden Geschichte um eine junge Frau – Cass – beantwortet. Die zukünftige Welt ist nicht mehr zu vergleichen mit unserer heutigen Zeit. Eine gigantische Explosion hat einen Großteil der Erde zerstört und die Balance der Natur aus dem Gleichgewicht gebracht. Die Menschen leben in mittelalterlichen Verhältnissen, ohne Strom und Technik, als Selbstversorger. Babys werden stets als Zwillingspaar geboren – immer ein Mädchen und ein Junge. Eines der Babys kommt als perfektes, makelloses Menschenkind auf die Welt, das andere mit einem Handikap, einer Behinderung in irgendeiner Form. Die makellosen Kinder haben das Vorrecht, bei ihrer Familie zu bleiben und dort in der privilegierten Gruppe der Alphas aufzuwachsen. Die Kinder, denen ein Defekt anhaftet, bekommen das Brandzeichen der Omegas und müssen ihr Leben mit dieser „niedrigen“ Menschenklasse verbringen – in Armut und ohne Anspruch auf jegliche Rechte. Obwohl alle Zwillingspaare so früh wie möglich getrennt werden und keinen räumlichen Kontakt mehr haben, sind sie doch unwiderruflich miteinander verbunden und voneinander abhängig: Wird ein Zwilling krank, so erkrankt auch der andere, wird einer verletzt oder verwundet, kann der andere die Wunde spüren. Und muss einer sein Leben lassen, so verstirbt auch sein Zwilling.

Die Protagonistin Cass, die den Roman aus ihrer Sicht erzählt, ist eine Omega. Da ihr Makel nicht auf den ersten Blick sichtbar ist, wird sie erst im fortgeschrittenen Alter von ihrer Familie und ihrem Zwillingsbruder Zach getrennt, der von nun an ihr größter Gegner ist. Cass möchte sich nicht mit dem Klassensystem der Alphas und Omegas abfinden und setzt all ihre Energie daran, dieses ungerechte und grausame System auf ihre Art zu bekämpfen. Zwischen den Zeilen spürt man, dass Cass sich eigentlich nach einer Verschmelzung, einer Wiedervereinigung der beiden Klassen sehnt, nach einem Miteinander statt einem Gegeneinander. Doch die Kategorien der Alphas und der Omegas sind mittlerweile so tief in der Gesellschaft verwurzelt, dass die Menschen nicht mehr umdenken können oder wollen.

Und somit beantwortet die Autorin zwar einerseits die Fragen nach der Zukunft und die der zukünftigen Welt, stellt aber andererseits eine wichtige Frage in den Raum: Müssen Menschen, die sich durch Perfektion und Makel unterscheiden, zwangsläufig in einer Klassengesellschaft leben?

Die eigene Meinung

Diese Frage habe ich mir beim Lesen dieses packenden Jugendbuches gestellt. Was würde passieren, wenn die Menschheit zu jeweils 50 Prozent makellos, beziehungsweise gehandicapt wäre? Würde das zu einer Zweiteilung der Gesellschaft führen? Würden die Menschen, die einen Makel besitzen, diskriminiert und abgeschoben? In der Welt von Cass und Zach ist dies der Fall. Und es hat mich tief beeindruckt, wie anschaulich, eindrücklich und stimmig Francesca Haig mit der Stimme von Cass diese Welt darstellt und beschreibt. Man spürt als LeserIn förmlich die Ungerechtigkeit und Diskriminierung, die Verzweiflung und manchmal auch Resignation der Omegas. Die Autorin geht in die Tiefe bei ihren Schilderungen und Erklärungen, sie erzählt Cass´ Geschichte zwar mitreißend, lässt sich aber Zeit beim Erzählen. Außerdem verzichtet sie – trotz einer anschaulichen Darstellung – auf ausführliche Gewaltszenen oder detaillierte Brutalität. Auch die kleine Liebesgeschichte, die sich eher am Rande abspielt, kommt völlig ohne Kitsch und ohne Erotik aus. Und trotzdem hat mal als LeserIn nicht das Gefühl, das etwas fehlt. – Ganz im Gegenteil, ich habe die Konzentration der Autorin auf die dystopische Welt und das Klassensystem als stimmig und sogar bereichernd empfunden.

Ich mag dystopische Bücher, die sich mit einer zukünftigen – meist düsteren – Welt beschäftigen und die eine Version einer Gesellschaft in der Zukunft schildern, da dies oft ein Spiegel unserer heutigen Zeit ist, eine Möglichkeit oder sogar Gefahr, wie und wohin sich unsere Gesellschaft entwickeln kann. Und so hat mich Francesca Haigs Version von der Zukunft und dem totalitären Klassendenken bewegt und dazu motiviert, meine Mitmenschen nicht mit einem Stempel zu versehen, zu kategorisieren und in eine Schublade zu stecken – egal welches „Brandzeichen“ sie auch tragen mögen.

2015-10-28 13.08.09

Die Autorin

Francesca Haig wuchs in Tasmanien auf und promovierte in Literaturwissenschaften an der Universität Melbourne. Wenn sie nicht gerade an ihren eigenen Texten arbeitet, unterrichtet sie Kreatives Schreiben an der Universität von Chester. Für ihre Gedichtsammlungen wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. Mit Das Feuerzeichen legt sie nun ihre erste Romantrilogie vor. Francesca Haig lebt mit ihrer Familie in London.                 (Quelle: Heyne)

Das Fazit

„Das Feuerzeichen“ ist ein mitreißender, dystopischer Jugendroman, der sowohl gute und spannende Unterhaltung zu bieten hat, als auch – aufgrund seiner Thematik – zum Mitdenken, Nachdenken und Weiterdenken einlädt. Zu empfehlen für junge LeserInnen ab 13 Jahren und darüber hinaus, die sich mit der Zukunft beschäftigen und sich gerne in anspruchsvolle und fesselnde Dystopien vertiefen.

Herzlichen Dank an heyne›fliegt für die Bereitstellung des Lese-Exemplars!

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Die Trilogie

„Das Feuerzeichen“ ist der erste Band einer Trilogie, deren Fortsetzungen im Februar und Oktober 2016 erscheinen werden.

Francesca Haig - Das Feuerzeichen - Rebellion       Francesca Haig - Das Feuerzeichen - Rückkehr

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*Schmöker.Steckbrief* Zwischen uns die Flut / Eva Moraal

Infos zum Buch

Originaltitel: „Overstroomd“ • Übersetzer: Rolf Erdorf

Einbandgestaltung: David B. Hauptmann

Verlag: Oetinger • Erscheinungsdatum: 1. Mai 2015

Taschenbuch-Ausgabe:  511 Seiten • Preis: 14,99 €

Genre: Jugendbuch / Dystopie • Lesealter: ab 16 Jahren

ISBN: 978-3841503510


Inhalt

Zwei Familien, zwei Schicksale. Dazwischen eine Liebe, die nicht sein darf. Als Nina und Max sich ineinander verlieben, steht ein großes Geheimnis zwischen ihnen. Es wird ihre Wege auseinanderreißen und wieder zueinanderführen. Doch die Wahrheit kann zerstörerisch sein. Sie sät Zorn, wo Schuld gesucht wird. Und nur allzu schnell werden aus Opfern Täter. Eine atemlose Jagd nimmt mit einer Entführung ihren Lauf, und schon bald ist klar: Nichts ist, wie es scheint.(Quelle: Oetinger)

*Leseprobe*

Hauptfiguren: Nina und Max

Zeit: nicht allzu ferne Zukunft

Erzählperspektive: Nina und Max – abwechselnd in der ersten Person

Schauplatz: namenlose Stadt umgeben von Wasser, unterteilt in die Bereiche der „Trockenen“ und der „Nassen“

3 Begriffe: Überschwemmung, Klassengesellschaft, verbotene Liebe


Autorin

Eva Moraal, 1982 in Schiedam geboren, hat Geschichte studiert und an der Universität von Amsterdam in Zusammenarbeit mit dem NIOD (Institute for War, Holocaust and Genocide Studies) promoviert. „Zwischen und die Flut“ ist ihr Debütroman. (Quelle: Oetinger)


Soundtrack

Dieser Song taucht im Roman wiederholt auf:


Meine Bewertung

Idee: 

Handlung: 

Figuren: 

Spannung: 

Action: 

Romantik: 

Erzählstil: 

stempel steckbrief IGesamtbewertung:



Mein Fazit

„Zwischen uns die Flut“ ist ein dystopischer Jugendroman, dem zwar eine recht originelle Idee zugrunde liegt, der mich aber wegen einiger Schwächen – besonders im Handlungsaufbau und im Erzählstil – nicht überzeugen konnte. Eine Geschichte, die einerseits für Lesespannung, andererseits für viele offene Fragen sorgt. Obwohl das Buch einen gewissen Unterhaltungswert besitzt, würde ich es einordnen in die Kategorie: „Kann man lesen, muss man aber nicht.“


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*Schmöker.Steckbrief* Getrieben – Durch ewige Nacht / Veronica Rossi

Infos zum Buch

Originaltitel: „Through The Ever Night“Getrieben. Durch ewige Nacht Taschenbuch

Übersetzer: Franca Fritz / Heinrich Koop

Band 2 der „Aria-und-Perry“-Trilogie

Verlag: Oetinger

Taschenbuch-Ausgabe: 368 Seiten

Erscheinungsdatum: 1. Januar 2015

Preis: 9,99 €

Genre: Dystopie / Science Fiction

Lesealter: ab 14 Jahren

ISBN: 978-3-8415-0339-8


Inhalt

Aria und Perry sind endlich wieder vereint und kehren zurück zu Perrys Stamm. Doch seine Leute trauen Aria nicht. Um den Anfeindungen zu entfliehen, macht sie sich auf die Suche nach der Blauen Stille, dem geheimnisvollen Ort, an dem alle Ätherstürme ruhen. Und die Zeit drängt, denn nicht nur Perrys Stamm, auch Arias Heimat ist nicht mehr sicher! Während ihrer Abwesenheit taucht plötzlich Kirra auf, die Anführerin eines befreundeten Stammes. Wird Perry ihren Annäherungsversuchen widerstehen können? (Quelle: Oetinger)

*Leseprobe*


Hauptfiguren: Aria und Perry

Nebenfiguren: Reef, Liv, Roar, Talon, Cinder, Marron, Sable, Kirra

Zeit: ferne Zukunft (post-apokalyptisch)

Erzählperspektive: Aria und Perry – abwechselnd in der dritten Person

5 Begriffe: Ätherstürme, Kriegsherr, Verantwortung, Eifersucht, extreme Sinne


Die Trilogie

    Getrieben gibt es jetzt im Taschenbuch    Geborgen. Durch unendliche Weite Taschenbuch

Band 1: „Gebannt – Unter fremdem Himmel“

⇒ *Schmöker-Steckbrief* zu Band 1 ⇐

Band 2: „Getrieben – Durch ewige Nacht“

Band 3: „Geborgen – In unendlicher Weite“


Autorin

Veronica Rossi, in Rio de Janeiro/Brasilien geboren, zog in ihrer Kindheit oft um und lebte in Mexiko, Venezuela, an der Ostküste der USA und schließlich in Kalifornien. Hier besuchte sie die Universität und studierte Schöne Künste am Californian College of the Arts in San Francisco. Heute lebt sie mit ihrer Familie im Norden Kaliforniens und arbeitet als freie Autorin. Sie schreibt vor allem futuristische Romane für junge Erwachsene. Erste Ehren erwarb sie mit bisher unveröffentlichten Manuskripten auf amerikanischen Autoren-Wettbewerben, wo sie in der Kategorie Fantasy und Science Fiction auf den vordersten Plätzen rangierte. (Quelle: Oetinger)


Meine Bewertung

Idee: 

Handlung: 

Figuren: 

Spannung: 

Action: 

Humor: 

Romantik: 

Erzählstil: 

stempel steckbrief IGesamtbewertung:



Mein Fazit

„Getrieben – Durch ewige Nacht“ ist der äußerst gelungene Mittelteil der „Aria-und-Perry“-Trilogie, der den ersten Band um einiges übertrifft – was die Spannung im Handlungsbogen und die Darstellung der Charaktere betrifft. Eine absolut empfehlenswerte Dystopie, die bei jungen – aber auch älteren – Leserinnen und Lesern für packende Lesestunden sorgt.


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*Schmöker.Steckbrief* Gebannt – Unter fremdem Himmel / Veronica Rossi

Die Infos zum Buch

Originaltitel: „Under the Never Sky“

Übersetzer: Franca Fritz / Heinrich Koop

Band 1 der „Aria-und-Perry“-Trilogie

Verlag: Oetinger

Taschenbuch-Ausgabe: 432 Seiten

Erscheinungsdatum: 1. Juli 2014

Preis: 9,99 €

Genre: Dystopie / Science Fiction

Lesealter: ab 14 Jahren

ISBN: 978-3-8415-0313-8



Der Inhalt

Die siebzehnjährige Aria lebt in einer Welt, die perfekter ist als die Realität. Perry kommt aus einer Wildnis, die realer ist als jede Perfektion und in der wilde Stürme das Leben bedrohen. Als Aria in seine Welt verstoßen wird, rettet Perry ihr das Leben. Trotz ihrer Fremdheit verbindet die beiden die Verzweiflung und Sorge um die, die sie lieben. Aria will ihre verschollene Mutter wiederfinden, Perry ist auf der Suche nach seinem Neffen, an dessen Entführung er sich die Schuld gibt. Aria versucht, vor Perry zu verbergen, dass ihre Gefühle ihm gegenüber sich wandeln. Doch Perry hat dies längst schon entdeckt, aber nicht nur bei Aria, auch bei sich selbst. In diesem ersten Band ihrer Trilogie schreibt Autorin Veronica Rossi über große Gefühle und tödliche Abenteuer, über Mut und Sinnlichkeit und über eine Heldin, die ihre Stärke entdeckt. Dieses Buch ist zutiefst romantisch und packend und so aufregend, dass man es nur schwer aus der Hand legen kann vor Ungeduld, zu erfahren, wie es auf der nächsten Seite weitergeht! (Quelle: Oetinger)

*Leseprobe*


Hauptfiguren: Aria und Perry

Nebenfiguren: Roar, Talon, Cinder, Vale, Marron

Zeit: ferne Zukunft

Erzählperspektive: Aria und Perry – abwechselnd in der dritten Person

5 Begriffe zum Buch: Smarteye, Biosphären, Wildnis, Überleben, geschärfte Sinne


Ein Zitat

Perry hauchte ihr einen Kuss auf die Wange, während sie gerade eine Trockenfrucht kaute, und sie stellte fest, dass es nichts Schöneres gab, als einfach so, ohne jeden Grund, geküsst zu werden, selbst beim Essen. Der Kuss ließ den Wald leuchtender erscheinen, den Wald, den Niemandshimmel und auch alles andere.

(Seite 378)


Die Trilogie

    Getrieben gibt es jetzt im Taschenbuch    Geborgen. Durch unendliche Weite Taschenbuch

Band 1: „Gebannt – Unter fremdem Himmel“

Band 2: „Getrieben – Durch ewige Nacht“

Band 3: „Geborgen – In unendlicher Weite“


Die Autorin

Veronica Rossi, in Rio de Janeiro/Brasilien geboren, zog in ihrer Kindheit oft um und lebte in Mexiko, Venezuela, an der Ostküste der USA und schließlich in Kalifornien. Hier besuchte sie die Universität und studierte Schöne Künste am Californian College of the Arts in San Francisco. Heute lebt sie mit ihrer Familie im Norden Kaliforniens und arbeitet als freie Autorin. Sie schreibt vor allem futuristische Romane für junge Erwachsene. Erste Ehren erwarb sie mit bisher unveröffentlichten Manuskripten auf amerikanischen Autoren-Wettbewerben, wo sie in der Kategorie Fantasy und Science Fiction auf den vordersten Plätzen rangierte. Gebannt. Unter fremdem Himmel, eine Liebesgeschichte in postapokalyptischen Zeiten, ist ihre erste Buchveröffentlichung und der erste Teil einer Trilogie. (Quelle: Oetinger)

Veronica Rossi über „Gebannt – Unter fremdem Himmel“:


Die Bewertung

Idee: 

Handlung: 

Figuren: 

Spannung: 

Action: 

Humor: 

Romantik: 

Erzählstil: 

Die Gesamtbewertung:



Die Vernetzung

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*Rezension* Die Auslese – Nur die Besten überleben / Joelle Charbonneau

Joelle  Charbonneau - Die Auslese
Originaltitel: The Testing (Book 1)
Taschenbuchausgabe: 416 Seiten
Verlag: Blanvalet (20. Oktober 2014)
ISBN: 978-3-442-26415-5
Genre: Science Fiction / Dystopie
Preis: 9,99 €
Band 1 der Trilogie „Die Auslese“
 ♥ ♥ ♥
Der Inhalt

Cia Vale ist stolz, eine der wenigen Kandidatinnen für die alljährliche »Auslese« zu sein, bei der die zukünftigen Führer des Commonwealth ermittelt werden. Doch am Vorabend ihrer Abreise bekommt sie von ihrem Vater einen beunruhigenden Rat: Vertraue niemandem! Gilt diese Warnung auch für ihren Kindheitsfreund Tomas, der verspricht, Cia immer beizustehen? Tomas, der mit jedem weiteren Todesopfer, das die gnadenlose Auslese fordert, mehr um sie besorgt zu sein scheint? Wenn Cia überleben will, muss sie sich entscheiden: für ein Leben ohne Vertrauen oder für eine Liebe, die sie das Leben kosten kann …(Quelle: Blanvalet)

 ♥ ♥ ♥

Die Gedanken zum Buch

„Die Auslese“ ist ein typisch dystopischer Roman. Die Geschichte spielt in einer fernen Zukunft, in der die Erde durch mehrere Weltkriege fast vollständig zerstört ist. Die wenigen Überlebenden siedeln sich in Kolonien an – verstreut über das Land, das früher einmal die USA war. Die Menschen versuchen alles in ihrer Macht stehende, ihr Land wieder urbar zu machen und aufzubauen. Die Kinder erhalten eine möglichst gute und umfangreiche schulische Ausbildung. Die erfolgreichsten von ihnen werden nach ihrem Schulabschluss für die sogenannte Auslese ausgewählt – ein Prüfungsverfahren, welches die besten der Besten herausfiltert. Denn die stärksten Kandidaten sollen im Anschluss an ihre Prüfung an der Universität studieren, um als die neuen Anführer des Landes ausgebildet zu werden.

Malencia Vale – von ihren Freunden Cia genannt – ist eine der Auserwählten. Gemeinsam mit ihren Schulfreunden Tomas, Malachi und Zandri soll sie an der Auslese, die in der Hauptstadt Toso stattfindet, teilnehmen und während der vier Prüfungsphasen ihre Stärken und Fähigkeiten unter Beweis stellen. Ihre anfängliche Begeisterung und ihr Stolz auf ihre Nominierung löst sich jedoch in Luft auf, als sie erleben muss, wie herausfordernd und grausam das Testverfahren tatsächlich ist. Doch Cia ist bereit, sich den Herausforderungen zu stellen und sich von den Prüfern nicht in die Knie zwingen zu lassen. Ihre Intelligenz, ihr Durchhaltevermögen, ihre Zähheit und ihr starker Wille kommt ihr in vielen Situationen zugute. Und obwohl sich Cia im wahrsten Sinne des Wortes durch die Auslese kämpft, verliert sie dabei nie ihr „gutes Herz“ und ihre Bereitschaft, ihren Konkurrenten Hilfe anzubieten. In Tomas findet sie einen zuverlässigen Partner, der ihr treu zur Seite steht und sie besonders während der letzten – heikelsten – Prüfung unterstützt. Ob oder wie Cia es schafft, die Auslese durchzustehen, wird an dieser Stelle selbstverständlich nicht verraten.

Da die Autorin die Geschichte aus Cias Sicht erzählt und dafür die Ich-Perspektive gewählt hat, können wir das junge Mädchen während ihres gesamten Prüfungsprozesses begleiten und die Auslese mit ihren Augen sehen. Somit bekommen wir einen guten Einblick in ihre Überlegungen, Ängste, Fragen und Emotionen. Während Cias Motive sowie ihr ganzer Charakter offen vor uns liegen, bleiben die Motive der anderen Kandidaten meist im Dunkeln. Wir wissen nicht, wem Cia vertrauen kann – wer Freund und wer Feind ist. Sogar Tomas, mit dem sie eine immer tiefere Freundschaft verbindet, scheint ein Geheimnis vor Cia zu verbergen. Durch diese Unklarheiten gelingt es der Autorin Joelle Charbonneau sehr gut, immer mehr Spannung aufzubauen und diese auch bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Der Prozess der Auslese an sich, den Joelle Charbonneau rasant und action-reich erzählt, verstärkt zudem die Spannung und lässt uns atemlos und gebannt die Handlung verfolgen.

 ♥ ♥ ♥

Die eigene Meinung

Mir hat es großen Lese-Spaß gemacht, gemeinsam mit Cia die kniffligen Aufgaben der Auslese zu durchleben. Ihre Persönlichkeit war mir von Anfang an sympathisch und ich habe Cia gespannt und begeistert bei ihren – meist sehr aufregenden – Abenteuern begleitet. Mir ist positiv aufgefallen, dass Cia nicht nur den Prozess der Auslese durchläuft, sondern auch einen Veränderungs-Prozess ihres Charakters erlebt. Mit jeder bewältigten Aufgabe und jeder weiteren Prüfung wird sie mutiger, entschlossener, stärker. Und trotzdem behält sie immer ihren weichen Kern, der sie so liebenswert macht. Ihr Mitstreiter und Begleiter Tomas dagegen wirkt relativ blass, sein Charakter flach. Obwohl er im Buch eine wichtige Rolle spielt, hatte ich das Gefühl, nicht genug über ihn zu wissen und zu erfahren. Meiner Meinung nach hätte die Autorin seine Figur noch deutlich besser ausarbeiten können. Vielleicht hätte dann die Liebesgeschichte, die sich nur am Rande abspielt, auch noch lebendiger und romantischer – und nicht derart konstruiert – gewirkt. So hatte ich den Eindruck, als „müssten“ Cia und Tomas sich zwangsläufig ineinander verlieben.

Nichtsdestotrotz hat Joelle Charbonneau mit diesem Auftakt der „Auslese“-Trilogie eine mitreißende und packende Dystopie verfasst, die mich von Anfang bis Ende in ihren Bann gezogen hat. Besonders gelungen fand ich auch, wie die Autorin die zukünftige Welt und das Leben der Menschen in dieser zerstörten Welt beschreibt – eindrucksvoll, anschaulich und ein Stück weit realistisch. Dabei legt sie den Schwerpunkt nicht nur auf die verwüstete, trostlose Umwelt, sondern auch auf die Bemühungen und den Willen der Bevölkerung, sich dieser „neuen“ Welt anzupassen, sie zu verändern und zu verbessern. Natürlich erzeugt Joelle Charbonneau in ihrem Roman an vielen Stellen eine bedrückende Atmosphäre – das ist typisch für eine Dystopie. Dennoch ist die Handlung insgesamt von einer dynamischen und hoffnungsvollen Stimmung geprägt – mit der Perspektive, nach vorne zu schauen.

Ich werde mich auf jeden Fall mit Cia in das nächste (Aus-)Lese-Abenteuer begeben und freue mich schon auf eine spannende Fortsetzung dieser Dystopie.

 ♥ ♥ ♥

Die Autorin

Joelle Charbonneau begann mit dem Schreiben, als sie noch Opernsängerin war. Heute ist die Schriftstellerei ihre größte Leidenschaft. Joelle Charbonneau lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Chicago. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Schauspiel- und Stimmtrainerin. (Quelle: Blanvalet)

Infos zur Trilogie

Der zweite Band der „Auslese“-Trilogie ist im Januar 2015 unter dem Titel „Nichts vergessen und nie vergeben“ erschienen. Der finale Teil soll voraussichtlich Anfang 2016 veröffentlicht werden. Weitere Infos findet ihr hier: Die Auslese.

Joelle  Charbonneau - Die Auslese   Joelle  Charbonneau - Die Auslese

 ♥ ♥ ♥

Das Fazit und die Bewertung

„Die Auslese – Nur die Besten überleben“ ist der mitreißende, actiongeladene Auftakt einer dystopischen Trilogie, die ich allen Liebhabern dieses Genres gerne empfehlen möchte. Ein wahres (Aus-)Lese-Abenteuer! 🙂

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Und hier zur Leseprobe: *klick*

Vielen Dank an Random House für die freundliche Bereitstellung des Lese-Exemplars!