2

Zitat zum Sonntag #85 aus: Wie die Sonne in der Nacht / Antje Babendererde

book and pen

Antje Babendererde gehört zu meinen Lieblings-Jugendbuch-Autorinnen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es in ihren Romanen immer um fremdländische Kulturen und um das Reisen geht. Beides überschneidet sich nämlich ganz wunderbar mit meinen Interessen. Und wenn ich auch momentan nicht die Möglichkeit habe, weite und exotische Reisen zu unternehmen, so kann ich mich wenigstens mit Frau Babendererdes Büchern auf den Weg in die Welt machen.

Kürzlich habe ich mich wieder auf solch eine literarische Reise begeben – mit dem aktuellen Werk der Autorin „Wie die Sonne in der Nacht“. Ich habe die siebzehnjährige Mara begleitet, von Erfurt nach New Mexico. Bin ihr gefolgt, als sie dem Pueblo-Indianer Kayemo begegnet und gemeinsam mit ihm die Geheimnisse seines Stammes und seiner Vergangenheit erkundet. Weiterlesen

0

Zitat zum Sonntag #84 aus: Sami und der Wunsch nach Freiheit

book and penIn dem bewegenden Jugendbuch „Sami und der Wunsch nach Freiheit“ erzählt der Schriftsteller Rafik Schami von Scharif und Sami – zwei Jungen, die in den Gassen von Damaskus auswachsen. Rafik Schami erzählt von ihrer unerschütterlichen Freundschaft, von den oft erschreckenden Abenteuern, die sie unter dem syrischen Regime erleben, von dem Widerstand, den syrische Kinder im Jahr 2011 leisten und: von ihrem unbändigen Wunsch nach Freiheit. Weiterlesen

2

Zitat zum Sonntag #82 aus: Unter der Drachenwand

book and pen

Vor Kurzem habe ich mir ein Hörbuch angehört, das mich auf ganzer Linie überzeugt und angesprochen hat. Es ist die Audiofassung von Arno Geigers neustem Werk „Unter der Drachenwand“. Hier geht es um den jungen Soldaten Veit Kolbe, der im Kriegseinsatz verletzt wurde und sich bei einem Genesungsurlaub am österreichischen Mondsee – unter der Drachenwand – erholen soll. Weiterlesen

0

Zitat zum Sonntag #79 aus: Good Night Stories for Rebel Girls

book and pen

Das heutige Sonntagszitat stammt aus einem ganz besonderen Buch – einem Buch, in dem ich in den letzten Wochen gelesen habe und das sich als ein wahrer Schatz entpuppt hat. Es heißt „Good Night Stories for Rebel Girls“, die darin enthaltenen „Gute-Nacht-Geschichten“ sind jedoch keineswegs einschläfernd. Vielmehr sind es inspirierende und spannende Geschichten, die das Leben von hundert außergewöhnlichen Frauen porträtieren, zusammengestellt von den beiden Autorinnen Elena Favilli und Francesca Cavallo. Jedes der Porträts ist mit einer wunderschönen, ausdrucksstarken Illustration versehen, die den Charakter der jeweiligen Frau hervorhebt.

Es sind Frauen aus ganz unterschiedlichen Ländern und unterschiedlichen Alters. Manche von ihnen sind weltbekannt, von anderen wiederum hatte ich bislang noch nichts gehört. Aber eins haben alle diese Frauen gemeinsam: Jede ist auf ihre Art eine Heldin. Außergewöhnlich eben, mutig, stark und sehr, sehr inspirierend.

Das folgende Zitat der mexikanischen Aktivistin Eufrosina Cruz macht sehr schön deutlich, wie wichtig Frauen für ihre Umgebung und letztendlich für die Welt sein können:

♥ ♥ ♥

„Wenn eine Frau beschließt, ihr Leben zu ändern, ändert sich alles um sie herum.“

Eufrosina Cruz, Aktivistin und Politikerin aus Mexiko

* Verlagsseite *

♥ ♥ ♥

Wer noch auf der Suche nach einem geeigneten Weihnachtsgeschenk für eine junge (oder auch ältere) Dame ist, dem kann ich dieses großartige Buch-Schätzchen wärmstens empfehlen. Ich denke, man kann Mädels ab zehn oder elf Jahren, aber ebenso erwachsenen Frauen eine große Freude damit machen. 🙂 Ich jedenfalls werde mich noch lange über diesen besonderen Lesestoff freuen und das Buch immer wieder aus dem Regal nehmen, um darin zu blättern und zu lesen.

Euch allen noch einen gemütlichen und geruhsamen Adventsabend und einen richtig guten Start in die Woche!

Herzliche und adventliche Grüße,

Tina

0

Zitat zum Sonntag #76 aus: Am Wegrand ein Wunder

book and pen

Heute – an diesem wunderschön sonnigen Sonntag – gibt es endlich noch mal ein Sonntagszitat. Es ist ein kurzes, aber zauberhaftes Gedicht aus dem Buch „Am Wegrand: ein Wunder“. Für ihr Buch hat die Autorin Tina Willms inspirierende Gedichte und poetische Texte zu jeder Jahreszeit und zu jedem Monat des Jahres verfasst. Ein lyrischer Spaziergang durch das Jahr sozusagen.

Die folgenden Worte mag ich sehr. Denn sie drücken eine positive und erwartungsfrohe Haltung gegenüber der Zukunft aus, verbreiten eine heitere und vertrauensvolle Stimmung:

Bezaubernd
Der Tag
steht vor mir
im schwarzen Frack
und zieht den Zylinder.
Ich bin gespannt,
was er heute
für mich
aus dem Hut zaubert.

♥ ♥ ♥

* Verlagsseite *

♥ ♥ ♥

In diesem Sinne wünsche ich euch einen bezaubernden Sonntag! Und für die kommende Woche: wundervolle Wegesrand-Entdeckungen und viele schöne Hutzauber-Überraschungen! 🙂

Herzliche Grüße

Tina
2

Zitat zum Sonntag #74 aus: Das Schloss in den Wolken

book and pen

Das heutige Sonntagszitat stammt aus der Feder von Lucy Maud Montgomery. Die kanadische Autorin ist vielen bekannt durch ihre Buchreihe „Anne auf Green Gables“, die seit vielen Jahren Leserinnen aus aller Welt begeistert. Nun hat der Königskinder-Verlag ein weiteres Werk von Frau Montgomery übersetzen lassen, das bereits in den 1920er-Jahren erschien: „Das Schloss in den Wolken“. Ein Klassiker im neuen Kleid sozusagen, von Nadine Püschel sehr gekonnt ins Deutsche übertragen und vom Verlag in einer wunderhübschen Ausführung herausgebracht.

„Das Schloss in den Wolken“ ist ebenso charmant geschrieben wie die „Anne auf Green Gables“-Bücher, und entführt die Leserinnen ebenso geschickt ins wildromantische Kanada des vergangenen Jahrhunderts. Die Autorin verzaubert ihre weibliche Leserschaft mit einer hinreißenden Geschichte um die junge Valancy, die mit den Regeln und Traditionen ihres Elternhauses bricht und die immer mehr lernt, ihren eigenen Weg zu gehen und ihren eigenen Kopf durchzusetzen. So wagt Valancy es endlich, in der Gesellschaft ihrer aufdringlichen und dominanten Verwandtschaft ihre Meinung kundzutun und zu verteidigen. Und dabei gibt sie so manchen klugen Satz von sich:

„Ich bin froh, dass ich nie Kinder bekommen habe“, sagte Großcousine Sarah. „Sie finden doch immer irgendeinen Weg, einem das Herz zu brechen.“
„Ist ein gebrochenes Herz nicht besser als ein verkümmertes?“, fragte Valancy. „Bevor ein Herz brechen kann, muss es etwas Großartiges gefühlt haben. Das wäre den Schmerz doch wert.“

♥ ♥ ♥

* Verlagsseite *

♥ ♥ ♥

Wer die „Anne auf Green Gables“-Bücher kennt und gern gelesen hat, wird sicher auch dieses Werk von Lucy Maud Montgomery mögen. Empfehlen kann – und möchte – ich es auf jeden Fall.

Und nun wünsche ich euch einen guten Start in die neue Woche! Genießt die Frühlingsluft, die Sonnenstrahlen, die Farbenpracht, die bunten Veränderungen um euch herum und: fühlt etwas Großartiges!

Herzliche Frühlings-Grüße

Tina

Floral background with hand drawn flowers, butterflies, bird and space for your text.

 

0

Zitat zum Sonntag #73 aus: Ein Monat auf dem Land

book and pen

*ZITAT ZUM SONNTAG*

Nach einer kurzen, unfreiwilligen Blogpause (auch mich hatte die Grippe erwischt) melde ich mich wieder – mit dem Sonntagszitat, das ich in dem Buch „Ein Monat auf dem Land“ entdeckt habe.

In dem Roman von J.L. Carr geht es um den Briten Tom Birkin, der als Restaurator von London aufs Land – nach Oxgodby – reist, um an einem Wandgemälde in der örtlichen Kirche zu arbeiten. Es ist der Sommer des Jahres 1920, und die Menschen sind gezeichnet von den Folgen des Ersten Weltkriegs. So auch Tom Birkin. Umso mehr genießt er die Ruhe und den Frieden auf dem Land, vertieft sich vollkommen in seine Arbeit: das Freilegen des uralten Wandgemäldes. Nach und nach findet Tom wieder zu sich selbst. Die Menschen um ihn herum, seine Tätigkeit als Restaurator und der Anblick des Gemäldes unterstützen ihn dabei.

Eines Tages unterhält sich Tom mit seinem neuen Freund Moon über das Kunstwerk an der Kirchenwand. Die beiden diskutieren munter – und sehr kontrovers – über die Bedeutung der dargestellten Personen, über mögliche Interpretationen des Bildes. Als sie zu keiner Einigung kommen, sagt Tom:

Nun, jeder von uns sieht die Dinge mit anderen Augen, und es bringt einen auch nicht weiter, zu hoffen, dass wenigstens einer von tausend es genau so sieht wie man selbst.

♥ ♥ ♥instagramcapture_410e7da5-3466-4144-b909-32479ad34d50

* Verlagsseite *

♥ ♥ ♥

Diese Aussage hat mir so gut gefallen, weil Tom Birkin die Meinung seines Gegenübers stehenlässt, ein Stück weit akzeptiert und sich einfach damit abfindet, dass es unterschiedliche Blickwinkel gibt. Vielleicht ist es nur Toms vornehme britische Zurückhaltung, die ihn zu dem Satz animiert, vielleicht aber auch ein weites Herz und ein offener Geist. Auf jeden Fall finde ich eine solche Haltung nachahmenswert.

Für die kommende Woche wünsche ich euch viele Blickwinkel – altbekannte und neuentdeckte!

Herzliche Grüße

Tina

Floral background with hand drawn flowers, butterflies, bird and space for your text.

3

Zitat zum Sonntag #72 aus: Sophie auf den Dächern

book and pen

*ZITAT ZUM SONNTAG*

Das heutige Sonntagszitat stammt aus einem zauberhaften Kinderbuch, das ich kürzlich gelesen habe und von dessen Geschichte, Charakteren und Erzählstil ich völlig begeistert war.

„Sophie auf den Dächern“ heißt das Buch, geschrieben hat es die junge britische Autorin Katherine Rundell und es handelt – wie der Titel erahnen lässt – von einem Mädchen namens Sophie. Die zwölfjährige Sophie wächst als Waise auf, bei dem Briten Charles, der sie nach einem Schiffsunglück in Frankreich in seine Obhut genommen hat. Damals war Sophie noch ein Baby und Charles ein verschrobener Junggeselle mit einem Hang zum Alleinsein und einer Schwäche für Literatur. Er war zwar stets ein überzeugter Einzelgänger, doch bei Sophie macht er eine Ausnahme. Und obwohl Sophie erst einige Monate alt war, als Charles sie bei sich aufnahm, führte er von Anfang an rege Gespräche mit ihr.

Charles hatte so gut wie keine Erfahrung mit Kindern. Und das gestand er Sophie auf der Heimfahrt: „Ich verstehe mich besser auf Bücher als auf Menschen, fürchte ich. Bücher sind so einfach im Umgang.“

♥ ♥ ♥

wp_20170201_003

* Verlagsseite *

♥ ♥ ♥

Charles ist ein Büchermensch durch und durch. Er lebt in der Welt seiner Bücher, zieht sein Wissen aus den Büchern und seine Inspiration. Und selbstverständlich bringt er Sophie schnellstmöglich das Lesen bei. Bei all seiner Verschrobenheit finde ich es jedoch bewundernswert, dass Charles seine Menschenscheu überwindet und sich Sophie zuwendet, sie versorgt und erzieht, sie wie ein Vater liebt. Er verkriecht sich nicht mehr ausschließlich hinter seinen Büchern, sondern beschäftigt sich bewusst mit Sophie.

Natürlich hat Charles recht: Hinter Büchern kann man sich so schön verstecken, in die Literaturwelt so schön abtauchen und alles andere ausblenden. Ein bisschen vor der bitteren Realität fliehen. Urlaub machen vorm Alltag, literarisch verreisen. Bücher sind in der Tat einfach im Umgang.

Und doch kann man in diesem Kinderroman wunderbar sehen, wie Charles der Umgang mit Menschen nach und nach immer leichter fällt – durch das Zusammenleben mit Sophie, durch die täglichen Begegnungen mit ihr.

Ich wünsche euch eine Woche voller guter Begegnungen – sowohl mit Menschen als auch mit Büchern! 🙂

Herzliche Grüße,

Tina

greeting card design

 

0

Zitat zum Sonntag #67 aus: Der letzte Sommer

book and pen*ZITAT ZUM SONNTAG*

Die Handlung des britischen Romans „Der letzte Sommer“ von Helen Simonson spielt im Jahr 1914. Es ist das Jahr, in dem der Erste Weltkrieg ausbricht und in dem der technische und gesellschaftliche Fortschritt ganz langsam in die Gänge kommt. Frauen ist es noch verboten zu wählen, sie dürfen keine „gehobenen“ Berufe ausüben, sondern werden angehalten, sittsame Ehefrauen, gute Mütter und perfekte Gastgeberinnen zu sein. Der Besitz eines Automobils gilt noch als außergewöhnlich, und der Telefonapparat hält gerade Einzug in die britischen Herrenhäuser.

Einige Briten betrachten das neuartige Kommunikationsgerät eher als Ärgernis denn als Fortschritt oder Bereicherung. So auch Lady Emily, eine der Nebenfiguren des Romans:

„Eine schreckliche Sache, das Telefon“, rief Lady Emily. „Ich weigere mich, der Sklave eines solchen Apparats zu sein!“

♥ ♥ ♥

instagramcapture_1e839db1-1ef7-4f63-887b-cf5b7dab2569

*Verlagsseite*

♥ ♥ ♥

Ich finde diese Aussage ziemlich belustigend. Was würde die werte Lady wohl zu unserem heutigen Kommunikationsnetz sagen, zum Gebrauch von Smartphones und Social Media? Ob sie entsetzt wäre? 🙂

Mir ist auf jeden Fall durch dieses Zitat (und die Lektüre des Buches) noch einmal bewusst geworden, wie viel sich innerhalb eines Jahrhunderts geändert hat – sowohl technisch als auch gesellschaftlich. Im Jahr 1914 war die Handhabung des ersten Telefonapparats eine echte Herausforderung, heute – gut hundert Jahre später – ist es der verantwortungsbewusste Umgang mit den „modernen“ Medien. Ich bin gespannt, wie die Medienlandschaft in der Zukunft aussehen wird. 🙂

Ich wünsche euch eine schöne und kommunikative Woche! Seid herzlich gegrüßt,

Tina

PS: In den nächsten Tagen wird es auf unserem Blog eine ausführliche Besprechung zu „Der letzte Sommer“ geben.

Cute fox and funny elk reading books on bench. Vector isolated illustration

0

Zitat zum Sonntag #62 aus: Das fliegende Kamel

book and pen*ZITAT ZUM SONNTAG*

Mit dem heutigen Zitat möchte ich euch auf ein Buch aufmerksam machen, das bereits vor sechs Jahren das Licht der Bücherwelt erblickte und beinahe ebenso lange einen festen Platz in meinem Regal hat. Ein Buch, das ich immer wieder gerne zur Hand nehme, um darin zu stöbern und zu schmökern.

Es heißt „Das fliegende Kamel“ und enthält eine Sammlung von orientalischen Narrengeschichten über Nasreddin Hodscha, der auch der türkische Till Eulenspiegel genannt wird. Der bekannte Kinderbuchautor Paul Maar hat die mündlich überlieferten Schelmengeschichten um Nasreddin zusammengestellt, neu verfasst und einige in die heutige Zeit übertragen. Der Künstler Aljoscha Blau hat die Texte liebevoll und wunderschön illustriert – und herausgekommen ist dieses zauberhafte Geschichten-Bilderbuch für kleine und große Leser.

Nasreddin Hodscha ist Weiser und Narr zugleich. Mal ist er Vorbild, dann wieder abschreckendes Beispiel. Auf jeden Fall ist er immer einfallsreich und nie um eine – mehr oder weniger – schlaue Antwort verlegen. Und seine Geschichten laden sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken ein.

Eine der kürzesten Hodscha-Anekdoten möchte ich euch nun vorstellen. Meines Erachtens passt sie gut zum aktuellen politischen Geschehen (Stichwort „Brexit“) und besitzt eine tiefsinnige Aussage, wenn man sie auf sich wirken lässt.

Nasreddin ging am Ufer eines Flusses spazieren.
Da sah er auf der anderen Seite einen Freund, der dort spazieren ging. Nasreddin winkte ihm zu.
Der Freund winkte zurück und rief: „Wie komme ich auf die andere Seite?“
„Du bist doch schon auf der anderen Seite“, rief Nasreddin.

♥ ♥ ♥

IMG_3822[1]

*Verlagsseite*

♥ ♥ ♥

Ob man mit dieser Einstellung jemals zueinander finden kann?

Also, ich wünsche mir mehr Brücken, die sich über Flüsse spannen und Menschen, die sie überqueren. Um sich zu begegnen.

Euch eine schöne und brücken-reiche und begegnungs-volle Woche!

Seid herzlich gegrüßt

Tina