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Zitat zum Sonntag #75: MESSE-FUNDSTÜCKE

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Vor einigen Tagen hatte ich euch ja von meinem Messebesuch in Leipzig berichtet. Heute habe ich noch ein paar Messefundstücke für euch – schöne Sprüche und wunderhübsch „buchige“ Poster, die ich in den Messehallen entdeckt und fotografiert habe. (Leider lässt die Qualität der Bilder etwas zu wünschen übrig, aber ich denke, man kann das Wesentliche trotzdem erkennen.)

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Bücher öffnen Türen

Plakate des österreichischen Kinderbuch-Verlags Jungbrunnen

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Lesen macht schön!

Plakat des Kinderbuch-Verlags Südpol

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Nachhaltigkeit

entdeckt beim zauberhaften Jaja Verlag

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Ich wünsche euch alles Gute und Schöne und Sonnige und Fröhliche für die kommende Woche mit der Aufforderung auf diesem Foto:

Seid herzlich gegrüßt und genießt den morgigen Feiertag,

Tina

 

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Zitat zum Sonntag #73 aus: Ein Monat auf dem Land

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*ZITAT ZUM SONNTAG*

Nach einer kurzen, unfreiwilligen Blogpause (auch mich hatte die Grippe erwischt) melde ich mich wieder – mit dem Sonntagszitat, das ich in dem Buch „Ein Monat auf dem Land“ entdeckt habe.

In dem Roman von J.L. Carr geht es um den Briten Tom Birkin, der als Restaurator von London aufs Land – nach Oxgodby – reist, um an einem Wandgemälde in der örtlichen Kirche zu arbeiten. Es ist der Sommer des Jahres 1920, und die Menschen sind gezeichnet von den Folgen des Ersten Weltkriegs. So auch Tom Birkin. Umso mehr genießt er die Ruhe und den Frieden auf dem Land, vertieft sich vollkommen in seine Arbeit: das Freilegen des uralten Wandgemäldes. Nach und nach findet Tom wieder zu sich selbst. Die Menschen um ihn herum, seine Tätigkeit als Restaurator und der Anblick des Gemäldes unterstützen ihn dabei.

Eines Tages unterhält sich Tom mit seinem neuen Freund Moon über das Kunstwerk an der Kirchenwand. Die beiden diskutieren munter – und sehr kontrovers – über die Bedeutung der dargestellten Personen, über mögliche Interpretationen des Bildes. Als sie zu keiner Einigung kommen, sagt Tom:

Nun, jeder von uns sieht die Dinge mit anderen Augen, und es bringt einen auch nicht weiter, zu hoffen, dass wenigstens einer von tausend es genau so sieht wie man selbst.

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* Verlagsseite *

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Diese Aussage hat mir so gut gefallen, weil Tom Birkin die Meinung seines Gegenübers stehenlässt, ein Stück weit akzeptiert und sich einfach damit abfindet, dass es unterschiedliche Blickwinkel gibt. Vielleicht ist es nur Toms vornehme britische Zurückhaltung, die ihn zu dem Satz animiert, vielleicht aber auch ein weites Herz und ein offener Geist. Auf jeden Fall finde ich eine solche Haltung nachahmenswert.

Für die kommende Woche wünsche ich euch viele Blickwinkel – altbekannte und neuentdeckte!

Herzliche Grüße

Tina

Floral background with hand drawn flowers, butterflies, bird and space for your text.

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Zitat zum Sonntag #71 aus: Eierlikörtage – Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre

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*ZITAT ZUM SONNTAG*

In dem Roman „Eierlikörtage – Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre“ geht es um das Leben (und Sterben) in einem Amsterdamer Seniorenheim. Hendrik Groen berichtet in seinem Tagebuch über den – oft recht turbulenten – Alltag der Senioren, über die Herausforderungen eines alten Menschen, über kleine Intrigen unter den Bewohnern, über alte Freunde und neue Liebschaften. Seine Schilderungen sind mal heiter und mal ernst, mal humorvoll und mal traurig. Groen schreibt mit einer gewissen Leichtigkeit und lässt den Leser dennoch angerührt zurück.

Ich habe das Hörbuch vor ein paar Tagen beendet und kann es wärmstens weiterempfehlen. Hendrik Groen ist solch ein liebenswerter und reizender alter Herr – man möchte ihn am liebsten einmal fest in den Arm nehmen. Einige seiner Tagebucheinträge haben mich besonders beeindruckt. So gründet Hendrik Groen beispielsweise mit seinen Freunden einen Klub mit dem bezeichnenden Namen „Alt, aber nicht tot“. Die Mitglieder des Klubs treffen sich fast täglich auf einen Kaffee oder ein Glas Wein, unterstützen sich, wo sie nur können und unternehmen regelmäßig die aufregendsten Ausflüge zusammen. Diese Ausflüge stellen stets ein Highlight für die Senioren dar, und Hendrik Groen schreibt dazu:

Es ist wichtig, sich immer auf etwas Schönes freuen zu können. Das erhält einem die Lebenslust.

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Hörbuchcover Groen - Eierlikörtage

* Verlagsseite *

Das gleichnamige Buch ist bei Piper erschienen.

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Ich bewundere es sehr, wenn ältere Menschen nach vorne blicken, ihren Humor behalten und entfalten, wenn sie Lebensfreude und Lebenslust versprühen. Das empfinde ich als ganz und gar nicht selbstverständlich. Und daran möchte ich mir gern ein Vorbild nehmen.

Ich wünsche euch für die kommende Woche, dass es viele Momente für euch gibt, auf – und über – die ihr euch freuen könnt! 🙂

Herzlich,

Tina

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Zitat zum Sonntag #70 aus: Die vier Lichter des Hirten Simon

book and penFür das heutige Sonntagszitat habe ich einen kurzen Auszug aus dem Bilderbuch „Die vier Lichter des Hirten Simon“ rausgesucht – passend zum vierten Advent. Dieses herzerwärmende Bilderbuch gehört zu meinen Lieblings-Weihnachtsgeschichten. Es veranschaulicht auf kindgerechte Art, wie wichtig und wertvoll es ist, an andere Menschen Licht – und damit Wärme, Hoffnung und ein Stückchen Liebe – weiterzugeben.

In der Geschichte geht es um den Hirtenjungen Simon, der sein Lamm verloren hat und sich mitten in der Nacht auf die Suche nach dem kleinen Ausreißer begibt. Simon trägt eine Laterne mit vier Lichtern bei sich, die ihm im Dunkeln den Weg leuchten sollen. Nach einigen Stunden des bangen Suchens glaubt er endlich, sein Lamm gefunden zu haben. Doch es ist nur ein großer Mann, der dem Jungen zunächst einen gewaltigen Schrecken einjagt. Trotzdem spricht er den Mann an:

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„… Kann ich dir irgendwie helfen?“
„Helfen? Mir kann niemand helfen. Mein Weg ist im Dunkeln„, sagte der Mann leise.
„Dunkel? Nein!“, rief Simon und hielt dem Mann eines seiner Lichter hin. „Hier, nimm es. Es wird deinen Weg erhellen. Was soll ich mit vier Lichtern, wenn du keines hast. Drei Lichter sind genug für mich.“

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* Verlagsseite *

Snowflakes and Stars Border

Im Laufe der Geschichte verteilt Simon ganz freigiebig seine Lichter – an die Menschen, die Helligkeit und Wärme dringend nötig haben. Ich bin immer wieder aufs Neue beeindruckt und berührt von diesem offenherzigen und großzügigen Jungen. Dieser kleine Hirte ist ein großes Vorbild für mich.

Für die kommende Woche wünsche ich uns, dass viele Lichter für uns leuchten, damit wir ebenso großzügig wie Simon ein Licht an andere weitergeben können!

Euch noch einen wunderschönen, gemütlichen und lichterfrohen vierten Advent!

Leuchtende Adventsgrüße,

Tina

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Zitat zum Sonntag #69: Eine Geschichte zum dritten Advent

book and penHeute ist bereits der dritte Advent. Heute haben wir die dritte Kerze am Adventskranz angezündet. Da die Tage im Moment immer kürzer werden, tut es gut, mit Hilfe von Kerzen für Licht und Helligkeit zu sorgen. Mit dem Sonnenlicht können es die Kerzen natürlich nicht aufnehmen, dafür ist ihr Licht aber umso gemütlicher.

Statt eines Buch-Zitates möchte ich am heutigen Sonntag eine vorweihnachtliche Geschichte mit euch teilen. Sie macht die Bedeutung, den Einfluss und den Wert von Licht sehr schön deutlich.

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Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, da wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen. Er versammelte die Weisen seines Landes und rief seine beiden Söhne herbei. Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: „Ihr sollt für dieses Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend füllen. Womit, das ist eure Sache.“ Seine Ratgeber sagten: „Das ist eine gute Aufgabe.“
Der ältere Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr zu ernten und in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher. Er dachte sich: „Das ist eine gute Gelegenheit, mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu füllen.“ Mit dem Aufseher der Arbeiter wurde er schnell einig, und als er gezahlt hatte, schafften sie bis zum Nachmittag das nutzlose Zuckerrohr in die Halle. Als sie gefüllt war, ging der ältere Sohn zu seinem Vater und sagte: „Ich habe deine Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten. Mach mich zu deinem Nachfolger!“ Der Vater antwortete: „Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten.“
Bald darauf kam der jüngere Bruder. Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen. So geschah es. Dann stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein erfüllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein.
Der Vater sagte: „Du wirst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen zum Leben brauchen.“

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Christmas decorations - lanterns and embracing bears

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Der Titel dieser Geschichte lautet „Die Halle der Welt mit Licht erfüllen“, sie wurde mündlich überliefert und hat ihren Ursprung auf den Philippinen.

Ich hoffe, ihr konntet euer Adventswochenende bisher genießen und habt einen erholsamen, rundum schönen dritten Advent. Für die kommende Woche wünsche ich euch ganz viele Lichtstrahlen, die euer Herz erwärmen und Helligkeit in euren Alltag bringen!

Herzliche Grüße

Tina

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Zitat zum Sonntag #68: Ein Gedicht zum Barbara-Tag

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Heute – am 4. Dezember – wird der Barbara-Tag gefeiert, ein Gedenktag zur Ehren der heiligen Barbara von Nikomedia in Kleinasien. Der Legende nach wurde die junge Frau aufgrund ihres christlichen Glaubens verfolgt und im Jahr 300 nach Christus zum Tode verurteilt. Einige Wochen vor ihrer Hinrichtung blieb Barbara am Ast eines Obstbaums hängen, als man sie in ihr Turmgefängnis brachte. Den Zweig, der sich in ihrer Kleidung verfangen hatte, stellte die Verurteilte in ein Gefäß mit Wasser. Und just an dem Tag, an dem man Barbara hinrichten sollte, blühte der Zweig auf – und schenkte ihr ein Stückchen Hoffnung auf ihrem letzten Weg. Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod.

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In Anlehnung an diese Legende und in Erinnerung an die heilige Barbara ist es seit Jahren Brauch, am 4. Dezember einen Obstzweig abzuschneiden, in eine Vase zu stellen und darauf zu warten, dass er an Weihnachten zu blühen beginnt. Und so holt man sich mit einem einfachen Zweig, der scheinbar leblos ist, die Hoffnung auf den Frühling – auf neues Leben – ins Haus.

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In dem Familien-Kalender „Vergissmeinnicht 2016“ vom Aussaat-Verlag gibt es das passende Gedicht zum Barbara-Tag:

Am 4. Dezember
Geh in den Garten am Barbaratag.
Gehe zum kahlen Kirschbaum und sag:
Kurz ist der Tag, grau ist die Zeit.
Der Winter beginnt, der Frühling ist weit.
Doch in drei Wochen, da wird es geschehen:
Wir feiern ein Fest, wie der Frühling so schön.
Baum, einen Zweig gib du mir von dir.
Ist er auch kahl, ich nehm ihn mit mir.
Und er wird blühen in seliger Pracht
mitten im Winter in der heiligen Nacht.

JOSEF GUGGENMOS

*Verlagsseite*

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Von unserem kleinen Apfelbäumchen im Garten habe ich heute einen Zweig abgeschnitten und gleich mit Wasser versorgt. Und nun freue ich mich auf Frühlings-Blüten an Weihnachten.

Für die kommende Woche wünsche ich euch ganz viele Hoffnungsschimmer und etliche Portionen Lebensfreude!

Seid herzlich gegrüßt,

Tina

 

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Zitat zum Sonntag #67 aus: Der letzte Sommer

book and pen*ZITAT ZUM SONNTAG*

Die Handlung des britischen Romans „Der letzte Sommer“ von Helen Simonson spielt im Jahr 1914. Es ist das Jahr, in dem der Erste Weltkrieg ausbricht und in dem der technische und gesellschaftliche Fortschritt ganz langsam in die Gänge kommt. Frauen ist es noch verboten zu wählen, sie dürfen keine „gehobenen“ Berufe ausüben, sondern werden angehalten, sittsame Ehefrauen, gute Mütter und perfekte Gastgeberinnen zu sein. Der Besitz eines Automobils gilt noch als außergewöhnlich, und der Telefonapparat hält gerade Einzug in die britischen Herrenhäuser.

Einige Briten betrachten das neuartige Kommunikationsgerät eher als Ärgernis denn als Fortschritt oder Bereicherung. So auch Lady Emily, eine der Nebenfiguren des Romans:

„Eine schreckliche Sache, das Telefon“, rief Lady Emily. „Ich weigere mich, der Sklave eines solchen Apparats zu sein!“

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*Verlagsseite*

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Ich finde diese Aussage ziemlich belustigend. Was würde die werte Lady wohl zu unserem heutigen Kommunikationsnetz sagen, zum Gebrauch von Smartphones und Social Media? Ob sie entsetzt wäre? 🙂

Mir ist auf jeden Fall durch dieses Zitat (und die Lektüre des Buches) noch einmal bewusst geworden, wie viel sich innerhalb eines Jahrhunderts geändert hat – sowohl technisch als auch gesellschaftlich. Im Jahr 1914 war die Handhabung des ersten Telefonapparats eine echte Herausforderung, heute – gut hundert Jahre später – ist es der verantwortungsbewusste Umgang mit den „modernen“ Medien. Ich bin gespannt, wie die Medienlandschaft in der Zukunft aussehen wird. 🙂

Ich wünsche euch eine schöne und kommunikative Woche! Seid herzlich gegrüßt,

Tina

PS: In den nächsten Tagen wird es auf unserem Blog eine ausführliche Besprechung zu „Der letzte Sommer“ geben.

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Zitat zum Sonntag #66: Noch mehr MESSE-FUNDSTÜCKE

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Messe-Fundstücke

Nachdem ich euch in der letzten Woche bereits einige Zitate und Sprüche meiner Buchmesse-Entdeckungen vorgestellt hatte, gibt es heute erneut drei Messe-Fundstücke aus Frankfurt. Die Sprüche passen zwar thematisch nicht so recht zueinander, ich finde aber jeden einzelnen davon sehr ansprechend und auf eine kindliche Art weise. 🙂

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Träume und Vorstellungskraft

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Lesereise ins Land der Fantasie

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Kindlicher Kompromiss 🙂

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gefunden bei BUCHKINDER Leibzig e.V.

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Das untere (Kinder-)Bild gefällt mir besonders gut, da es so herrlich positiv und frei von dem üblichen Konkurrenzdenken ist. 🙂

Eine fröhliche und beschwingte Woche wünsche ich euch! Herzliche Grüße,

Tina
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Zitat zum Sonntag #65: MESSE-FUNDSTÜCKE

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Messe-Fundstücke

In der vergangenen Woche habe ich die Buchmesse in Frankfurt besucht und neben ausgiebigem Stöbern und interessanten Veranstaltungen Ausschau gehalten nach schönen Zitaten und Sprüchen. Einige davon möchte ich euch gerne heute vorstellen.

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Schön und schwer

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gefunden bei Grafik Werkstatt

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Hoffnung für morgen

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gefunden bei adeo

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Zeit nehmen

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gefunden bei Grafik Werkstatt

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In diesem Sinne wünsche ich euch eine wunderbare Woche!

Herzliche Grüße

Tina

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Zitat zum Sonntag #64 aus: Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

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*ZITAT ZUM SONNTAG*

Das Hörbuch mit dem etwas umständlichen Titel „Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ von Gerhard Jäger habe ich gestern begonnen und war bereits nach wenigen Minuten verzaubert von der Sprache und dem Erzählstil des Autors.

Es handelt sich um einen Bergroman, in dem der achtzigjährige Amerikaner John Miller in ein Tiroler Bergdorf reist, um dort Nachforschungen über seinen Vorfahren Max Schreiber anzustellen. Schreiber wurde 1951 Opfer eines Lawinenabgangs, und hat ein Manuskript hinterlassen, das sich im zuständigen Landesarchiv befindet und scheinbar wichtige Informationen für Miller beinhaltet. Jeden Tag besucht der alte Mann das Landesarchiv und studiert dort in aller Ruhe Schreibers Manuskript – die eigentliche Geschichte dieses Romans.

Gerhard Jäger erzählt sowohl die Rahmenhandlung um Miller als auch Max Schreibers Geschichte mit enormer sprachlicher Wucht und zugleich in einem ruhigem, bedächtigen Tempo.

So lässt sich auch der achtzigjährige Miller Zeit, als er sich zum ersten Mal ins Landesarchiv begibt:

Es sind fünf Minuten von meinem Hotel zum Landesarchiv. Ich habe zwei Stunden gebraucht. Nicht, weil die Zeitangabe falsch gewesen wäre oder weil ich den Weg nicht gefunden hätte. Einfach nur, weil ich die Zeit für mich brauchte.

*Verlagsseite*

Diese Zeilen haben mich angesprochen. Ich bewundere es, wenn Menschen sich die Zeit, die sie persönlich brauchen, auch tatsächlich nehmen. Und manchmal tut es einfach gut, eine Handlung unendlich langsam und mit Bedacht auszuführen. Dann können aus fünf Minuten gerne mal zwei Stunden werden. (Wenn man sich diesen zeitlichen Luxus denn leisten kann.)

Für die nächste Woche wünsche ich euch viel Zeit für das, was euch wichtig ist!

Liebe Grüße,

Tina

PS: Allen Besuchern der Frankfurter Buchmesse wünsche ich eine richtig gute und bereichernde Zeit auf der Messe! Vielleicht laufen wir uns ja über den Weg. Ich freue mich über jede Begegnung. 🙂