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Zitat zum Sonntag #82 aus: Unter der Drachenwand

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Vor Kurzem habe ich mir ein Hörbuch angehört, das mich auf ganzer Linie überzeugt und angesprochen hat. Es ist die Audiofassung von Arno Geigers neustem Werk „Unter der Drachenwand“. Hier geht es um den jungen Soldaten Veit Kolbe, der im Kriegseinsatz verletzt wurde und sich bei einem Genesungsurlaub am österreichischen Mondsee – unter der Drachenwand – erholen soll. Weiterlesen

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*Hörbuch.Steckbrief* Die Nachtigall / Kristin Hannah

Infos zum Hörbuch

Sprecherin: Luise Helm • Verlag: Aufbau Audio (19. September 2016)

Übersetzerin: Karolina Fell • Originaltitel: The Nightingale

Genre: Gegenwartsliteratur / Kriegsroman

Laufzeit: 18 Stunden • Preis: 16,99 EUR

*Verlagsseite*

Inhalt

Zwei Schwestern im von den Deutschen besetzten Frankreich: Während Vianne ums Überleben ihrer Familie kämpft, schließt sich die jüngere Isabelle der Résistance an und sucht die Freiheit auf dem Pfad der Nachtigall, einem geheimen Fluchtweg über die Pyrenäen. Doch wie weit darf man gehen, um zu überleben? Und wie kann man die schützen, die man liebt?
In diesem epischen, kraftvollen und zutiefst berührenden Roman erzählt Kristin Hannah die Geschichte zweier Frauen, die ihr Schicksal auf ganz eigene Weise meistern. (Quelle: Aufbau Audio)

Das gleichnamige Buch ist bei Rütten & Loening erschienen und als gebundene Ausgabe für 19,99 EUR erhältlich.

Die Autorin über ihr Buch:


Hauptfiguren: die Schwestern Vianne & Isabelle de Rossignol

Zeit: 1939 – 1945

Schauplatz: Frankreich

5 Begriffe: Zweiter Weltkrieg, Widerstand, Mut, Frauen im Krieg, Heldinnen


Autorin

Kristin Hannah, geboren 1960 in Südkalifornien, arbeitete als Anwältin, bevor sie zu schreiben begann. Heute ist sie eine internationale Top-Bestseller-Autorin und lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn im Pazifischen Nordwesten der USA und auf Hawaii. (Quelle: Aufbau)


Sprecherin

Luise Helm (geb. 1983) ist eine deutsche Schauspielerin und Sprecherin. Als Synchronsprecherin leiht sie unter anderem Scarlett Johansson und Megan Fox ihre Stimme. Aufgrund ihrer jugendlich-einprägsamen und ausdrucksstarken Stimme ist sie auch eine beliebte Hörbuchsprecherin und hat Romane von Cecelia Ahern und Jojo Moyes eingelesen.


Bewertung

Handlung: 

Figuren: 

Spannung: 

Romantik:

Gefühl:

Erzählstil: 

Aufbau:

Recherche: 

Sprecherin: 


Ein paar Gedanken zum (Hör-)Buch

In den USA, dem Heimatland der Autorin, ist „Die Nachtigall“ schon längst ein Bestseller, der von der amerikanischen Leserschaft mit Begeisterung aufgenommen und mit Lob überschüttet wurde. Allein bei amazon.com hat der Roman rund 23.000 Fünf-Sterne-Bewertungen erhalten. Dies war für mich anfangs ehrlich gesagt ein Grund, mir das Hörbuch nicht anzuhören. Ein zu großer Wirbel um einen Titel, zu laute Lobeshymnen machen mich eher skeptisch als neugierig; ich vertiefe mich lieber in (Hör-)Bücher, die das gewisse Etwas haben als in Titel, die die breite Masse bedienen.

Heute bin ich sehr, sehr froh, dass ich mich trotz aller Skepsis dafür entschied, der Nachtigall zu lauschen. Denn dieses Buch hat das gewisse Etwas – sogar ziemlich viel davon. Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes: Es bietet beste Unterhaltung, ist absolut mitreißend und ergreifend. Kristin Hannah ist eine grandiose Erzählerin, die ihre Figuren – die beiden Schwestern Vianne und Isabelle – so anschaulich zum Leben erweckt, dass man zum Schluss das Gefühl hat, sie persönlich zu kennen. Die Autorin nimmt uns mit ins Frankreich der Vierziger Jahre, wo wir die Kriegs-Geschehnisse, die deutsche Besetzung, den Kampf der Frauen ums tägliche Überleben und ihren verzweifelten Widerstand hautnah miterleben können. Dass dabei der Schwerpunkt auf das Schicksal der französischen Frauen im Krieg gelegt wird, ist ein weiterer Pluspunkt des Buches. Somit kann man noch einmal einen anderen, neuen Blick auf eine Thematik werfen, die in der Literatur bereits ausführlich beleuchtet wurde.

Und so kann ich nun, nach meiner anfänglichen skeptischen Haltung, sagen: Ich stimme mit ein in das Loblied auf „Die Nachtigall“!


Fazit

„Die Nachtigall“ ist ein ergreifender und eindrucksvoller Roman über zwei mutige und sehr unterschiedliche Schwestern, die während des Zweiten Weltkrieges in ihrer französischen Heimat Widerstand gegen die deutsche Besetzung leisten – jede auf ihre individuelle Art. Ein (Hör-)Buch über das Aushalten, Durchhalten und Zusammenhalten, das wunderbar unterhält und mitten ins Herz trifft; einfühlsam und authentisch vorgetragen von der talentierten Sprecherin Luise Helm. Ganz großes Kino für die Ohren!


Vernetzung

Lesenswerte Rezensionen zum Buch bzw. Hörbuch findet ihr hier:

⇒ Irve liest ⇐

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*Hörbuch.Steckbrief* Aquamarin / Andreas Eschbach

Infos zum Hörbuch

Sprecherin: Maximiliane Häcke • Verlag: Arena audio (1. Oktober 2015)

Laufzeit: 436 Minuten • Format: 6 CDs

Genre: Jugendbuch / Science Fiction • Altersempfehlung: ab 14 Jahren

ISBN: 978-3-401-24018-3 • Preis: 24,99 €

Teil 1 einer Reihe (mit noch unbekanntem Titel)

*Verlagsseite* • *Hörprobe*

Das gleichnamige Buch ist im *Arena Verlag* erschienen.


Inhalt

Hüte dich vor dem Meer! Das hat man Saha beigebracht. Eine seltsame Verletzung verbietet der Sechzehnjährigen jede Wasserberührung. In Seahaven ist Saha deshalb eine Außenseiterin. Die Stadt an der Küste Australiens vergöttert das Meer. Wer hier nicht taucht oder schwimmt, gehört nicht dazu. So wie Saha. Doch ein schrecklicher Unfall stellt alles in Frage. Zum ersten Mal wagt sich Saha in den Ozean. Dort entdeckt sie Unglaubliches. Sie besitzt eine Gabe, die nicht sein darf – nicht sein kann. Nicht in Seahaven, nicht im Rest der Welt. Wer oder was ist sie? Die Suche nach Antworten führt Saha in die dunkelsten Abgründe einer blauschimmernden Welt … (Quelle: Arena audio)


Hauptfigur: Saha Leeds, 16 Jahre

Nebenfiguren: Tante Mildred, Pigrit

Erzähler: Ich-Perspektive (aus Sahas Sicht)

Zeit: das Jahr 2151

Schauplatz: Seahaven, eine fiktive Stadt in Australien

5 Begriffe: Außenseiterin, anders, Neo-Traditionalismus, Zukunft, Wasserwelt


Autor

Andreas Eschbach wurde 1959 geboren und schreibt seit seinem 12. Lebensjahr. Nach dem Abitur studierte er in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler, bevor er sich ausschließlich dem Schreiben widmete. Bekannt wurde er durch den Thriller „Das Jesus Video“, der monatelang auf den Bestsellerlisten stand und erfolgreich verfilmt wurde. Im Sommer 1994 erhielt Andreas Eschbach ein Stipendium der Arno-Schmidt-Stiftung „für schriftstellerisch hochbegabten Nachwuchs“. Im Frühjahr 1995 erschien der erste Erwachsenen-Roman, der auf Anhieb den Literaturpreis des Science Fiction Clubs Deutschland gewann. Alle weiteren Romane wurden ebenfalls mit mindestens einem Preis ausgezeichnet! Seit Mitte 1996 ist Andreas Eschbach als freier Schriftsteller tätig und lebt heute in der Bretagne. (Quelle: Arena Verlag)

*Autorenseite*

Sprecherin

Maximiliane Häcke, Jahrgang 1988, ist Synchronsprecherin und Schauspielerin. Sie lebt in Berlin und Köln. Weitere Infos über sie findet ihr auf ihrer Website *maximilianehaecke.com*


Meine Bewertung

Handlung: 

Idee: 

Figuren: 

Spannung: 

Action: 

Schreibstil: 

Sprecherin: 

stempel steckbrief IGesamtbewertung:



Mein Fazit

„Aquamarin“ ist ein faszinierendes und äußerst unterhaltsames Hörbuch, überzeugend interpretiert und gelesen von Maximiliane Häcke. Meiner Meinung nach ist es zwar nicht eines der besten Werke von Andreas Eschbach, da der Autor sich einiger unnötiger Klischees bedient und dabei eine gewisse Oberflächlichkeit schafft. Allerdings kann die Geschichte mit gut herausgearbeiteten Charakteren, einer stimmigen – nicht allzu realitätsfernen – Vision einer Zukunft, einer außergewöhnlichen Handlung und mit dem hervorragenden Schreibstil des Autors punkten. Zu empfehlen für junge Menschen ab 12 Jahren, die sich gerne mit der Zukunft und Zukunftsversionen auseinandersetzen.


Vernetzung

Lesenswerte Rezensionen zum Buch gibt´s hier:

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*Hörbuch-Rezension* Layers / Ursula Poznanski

Die Infos zum Hörbuch

Sprecher: Jens Wawrczeck • Verlag: der Hörverlag (August 2015)

Laufzeit: 765 Minuten (ungekürzte Lesung) • Format: 1 MP3-CD

Genre: Jugendthriller ab 12 Jahren (vom Loewe Verlag ab 14 Jahren empfohlen)

ISBN: 978-3-8445-1935-8 • Preis: 14,99 €

Das gleichnamige Buch ist im Loewe Verlag erschienen.

*Hörprobe*

Der Inhalt

Dorian lebt auf der Straße und steckt so richtig in der Klemme: Er fühlt sich von der Polizei verfolgt. Unverhofft hilft ihm ein Fremder und versteckt ihn in einer Villa, wo Dorian Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält. Doch umsonst ist nichts im Leben. Als Gegenleistung soll er geheimnisvolle, versiegelte Werbegeschenke verteilen. Als Dorian eines der Geschenke für sich behält, gerät sein Leben in Gefahr. (Quelle: der Hörverlag)

Verlagsseite *der Hörverlag* • Verlagsseite *Loewe*

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Die Gedanken zum Hörbuch

Um den neuen Jugendthriller „Layers“ von Ursula Poznanski kam man in diesem Sommer kaum herum. Das Werk wurde bereits im Vorfeld auf zahlreichen Plattformen beworben, dann von etlichen Bloggerinnen und Bloggern besprochen und – nicht immer hoch gelobt. Auch ich wollte mir „Layers“ zu Gemüte führen, und habe mich hierbei für das Hörbuch entschieden – unter anderem, da ich Jens Wawrczeck als Sprecher sehr schätze. Ich kann mich der Meinung meiner Blogger-KollegInnen größtenteils anschließen. Aber lest selbst.

„Layers“ erzählt die packende Geschichte von Dorian, der mit seinen siebzehn Jahren bereits auf der Straße lebt. Von zu Hause weggelaufen – geflohen vor seinem gewalttätigen Vater -, schlägt er sich als Obdachloser durch sein Leben, bis er von dem wohlhabenden und einflussreichen Raul Bornheim in dessen Villa aufgenommen wird. Bornheim und seine Mitarbeiter haben es sich zur Aufgabe gemacht, obdachlosen Jugendlichen ein Heim zu geben und sie mit allem Notwendigen zu versorgen. Im Gegenzug dazu müssen die jungen Leute diverse Arbeiten für Bornheim verrichten, wie das Verteilen von Flyern und Werbegeschenken. Auch Dorian wird für die Botendienste eingeteilt und liefert die mysteriösen Päckchen aus, deren Inhalt ihm verborgen bleibt. Eines Tages öffnet der Junge jedoch – verbotenerweise – ein Päckchen und kommt langsam, aber sicher Bornheims Geheimnis auf die Spur. Dass er sich damit in höchste Gefahr begibt und von da an zum Gejagten wird, ahnt er noch nicht. Dorian landet erneut auf der Straße und muss sich als meist gesuchte Person durch das Labyrinth der Stadt schlagen – immer auf der Flucht vor Bornheims Männern und auf der Suche nach der Wahrheit.

Neben Dorian spielen zwei weitere Jugendliche eine kleine, aber recht bedeutende Rolle – Melvin und Stella. Mit beiden freundet Dorian sich während seines Aufenthalt in der Villa an, und beide tauchen an verschiedenen Stellen in der Geschichte immer wieder kurz auf. Welche Bedeutung diese Charaktere für Dorian haben, sei hier nicht verraten. Auch zur Bedeutung des Titels möchte ich nur ein paar Worte verlieren. Mit dem Begriff „Layers“ wird man anfangs wenig anfangen können und sich fragen, was dieser Titel mit der Handlung zu tun hat. Doch an einer bestimmten Stelle im (Hör-)Buch löst Ursula Poznanski diese Frage auf. Und man ist erstaunt, welche clevere Auflösung sich dahinter verbirgt.

Erzählt wird „Layers“ aus der Perspektive des Protagonisten. Dieser personale Erzähler begleitet Dorian auf Schritt und Tritt und schildert die Ereignisse aus seinem Blickwinkel heraus. Dabei bleibt der Erzähler ganz nah bei Dorian und gewährt stets Einsicht in seine Überlegungen und Emotionen. Die Gefühle, Gedanken und Absichten aller anderen Figuren bleiben undurchsichtig. Und so fühlt man sich als Zuhörer, beziehungsweise Leser, mit Dorian auf der Flucht und vermutet hinter jeder Straßenecke einen Verfolger.

Die eigene Meinung

Die Autorin hat mit „Layers“ einen originellen und packenden Jugendthriller vorgelegt. Ich bin immer wieder überrascht, über welch großen Einfallsreichtum und welch sagenhafte Kreativität Ursula Posnanzki verfügt. Die Idee, die dieser Geschichte zugrunde liegt, ist einfach genial, außergewöhnlich und einzigartig. Ohne zu viel zu verraten, kann ich sagen, dass die Autorin gekonnt die neusten Entwicklungen unserer Mediengesellschaft weiter gesponnen und mit einer spannenden Handlung verknüpft hat.

Trotzdem hat mich dieses Hörbuch nicht so begeistert wie beispielsweise die Thriller „Erebos“ oder „Saeculum. Frau Poznanski ist eine großartige Schriftstellerin und eine Meisterin ihres Handwerks – keine Frage. Sie versteht es, ihre Leserschaft zu fesseln und mitzureißen. Geschickt baut sie größere und kleinere Spannungsbögen auf. Die Handlung ist gespickt mit zahlreichen Rätseln, die es zu lösen gilt, Fragen, die auf eine Antwort warten. Dennoch bin ich über einige Schwächen gestolpert – Schwächen, die mich schlichtweg gestört haben. So ist der Protagonist Dorian meiner Meinung nach recht eindimensional und blass. Man bekommt zwar durch die Erzählperspektive, die immer ganz nahe bei Dorian bleibt, einen Einblick in seine Gedanken und Gefühle. Doch wirken diese oft oberflächlich und drehen sich in erster Linie um die Jagd. Außerdem macht Dorian einen wesentlich jüngeren und unreiferen Eindruck als siebzehn Jahre. Ich würde sein Alter auf höchstens fünfzehn schätzen. Ob das an der jugendlichen Interpretation von Jens Wawrczeck liegt, den ich sonst als die Stimme von Peter Shaw – einem der „Drei Fragezeichen“ – kenne? Auch die anderen Charaktere sind mir irgendwie nicht ans Herz gewachsen. Besonders von Melvin und Stella, Dorians Bezugspersonen, hätte ich mehr Tiefe und „Charakter“ erwartet. Ich hätte mir gewünscht, die beiden wären häufiger zu Wort gekommen, um sie so ein bisschen besser kennen zu lernen. Auch die „kleine“ Liebesgeschichte des Thrillers wirkt wenig glaubhaft. Von einer romantischen Stimmung fehlt jede Spur. Nicht, dass dies der wesentlichste Bestandteil eines Thrillers wäre, aber diese „Romanze“ ist wirklich zu aufgesetzt, konstruiert und unglaubwürdig. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Vorhersehbarkeit von manchen Szenen und von einigen Auflösungen. Normalerweise bin ich stolz, wenn ich ein kleines Rätsel lösen kann, bevor es der Erzähler tut, in diesem Fall jedoch fand ich es störend und ein Stück weit enttäuschend. Hier hätte Frau Poznanski ihrer Leserschaft ruhig ein wenig mehr zutrauen können.

Nichtsdestotrotz habe ich dem Hörbuch größtenteils gerne gelauscht und die Interpretation von Jens Wawrczeck genossen. Seine prägnante und jugendliche Stimme eignet sich hervorragend für die Lesung eines Jugendbuches, und er versteht es ausgezeichnet, unterschiedliche Stimmungen, Gefühle sowie das rasante Erzähltempo zum Ausdruck zu bringen und somit für reichlich Hörspannung zu sorgen. Ich bin mir allerdings unsicher, ob Jens Wawrczeck dem Protagonisten nicht eine zu junge Stimmfarbe verliehen hat, die nicht seinem tatsächlichen Alter – siebzehn – entspricht.

Die Autorin

Ursula Poznanski, 1968 in Wien geboren, arbeitet als Journalistin für eine Reihe medizinischer Fachzeitschriften. Seit 2003 veröffentlicht sie auch Kinderbücher. Für Die allerbeste Prinzessinerhielt sie den Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien 2005 und stand auf der Auswahlliste für den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien. Ihr Cyberthriller Erebos wurde von der Jugendjury mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2011 ausgezeichnet. Ende 2011 erschien ihr zweiter Jugendroman, der Thriller Saeculum. (Quelle: der Hörverlag)

Der Sprecher

Jens Wawrczeck, in Dänemark geboren, erhielt seine Schauspielausbildung in Hamburg, Wien und New York. Seit seinen Anfängen beim NDR Schulfunk hat er in unzähligen Hörspielen mitgewirkt und war in den unterschiedlichsten Rollen zu hören. Außerdem arbeitet er sehr erfolgreich als Hörbuchsprecher. Seine eigene Hörbuchedition EDITION AUDOBA hat sich auf Literatur spezialisiert, die in Vergessenheit geraten ist. Jens Wawrczeck ist zudem regelmäßig auf der Bühne zu sehen. Er ist Mitbegründer der „Film-AusleseR“, Teil des Duos „2stimmig“, arbeitet sporadisch als Synchronregisseur und -autor und ist Teil des Kult-Trios „Die drei Fragezeichen“. (Quelle: der Hörverlag)

Das Fazit

Mit „Layers“ hat Ursula Poznanski einen fesselnden Jugendthriller verfasst, der zwar einige Schwächen aufweist, dafür aber mit einer originellen Idee und einem flotten Erzähltempo punkten kann. Obwohl Frau Poznanski eine begnadete Schriftstellerin ist und ihr Name eigentlich ein Garant für gelungene Krimis und Thriller ist, ist dies sicher nicht ihr bestes Werk. Dennoch kann ich das Hörbuch – nicht zuletzt wegen des hervorragenden Sprechers – besonders jüngeren Zuhörerinnen und Zuhörern empfehlen, die sich gerne in spannende Hörbücher vertiefen und von einer rasanten Geschichte mitreißen lassen.

Die Vernetzung

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3

*Hörbuch.Steckbrief* Makarionissi oder Die Insel der Seligen / Vea Kaiser

Infos zum Hörbuch
Hörbuch Makarionissi oder Die Insel der Seligen

Sprecher: Burghart Klaußner

Verlag: Argon Verlag

Laufzeit: 9 Stunden 51 Minuten

Erscheinungsdatum: 21. Mai 2015

Genre: Belletristik

ISBN: 978-3839813904


Inhalt

Alles beginnt in einem vom Krieg entzweiten Dorf an der albanisch-griechischen Grenze. Mit einer Großmutter und Kupplerin par excellence, die keine Intrige scheut, um den Fortbestand ihrer Familie zu sichern. Sie will die kluge, sture Eleni mit ihrem Cousin Lefti verheiraten, der sich nichts sehnlicher wünscht als Frieden. Als Kinder unzertrennlich, entzweien sich die beiden jedoch umso stärker als Erwachsene. Ihre Wege führen in eine niedersächsische Kleinstadt, wo sich die Erotik der deutschen Sprache offenbart, zu einem trauernden Schlagerstar in der österreichischen Provinz und einem arbeitslosen Gewerkschafter in Griechenland, der verzweifelt seinen Ehering sucht, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Mit hinreißender Tragikomik, einem liebevollem Blick für Details und furioser Fabulierlust folgt Vea Kaiser der Geschichte einer unvergesslichen Familie, die auseinandergerissen werden musste, um zusammenfinden. (Quelle: Argon Hörbuch)

*Hörprobe*


Hauptfiguren: Eleni und Lefti

Nebenfiguren: Trudi Haselbacher, Otto, Aspasia, Manolis, Iannis und viele andere

Zeit: 50-er Jahre bis zur Gegenwart

Erzählperspektive: Auktorialer Erzähler

Schauplätze: Varitsi (fiktives griechisches Bergdorf), Makarionissi (fiktive griechische Insel), Athen, Hildesheim, Sankt Pölten, Zürich, Chicago


Erster Satz

In Varitsi, einem kleinen Bergdorf nahe der albanisch-griechischen Grenze, gab es das Sprichwort, dass die dunkelste Stunde immer jene vor Sonnenaufgang sei.


Autorin

Vea Kaiser, geb. 1988 in Österreich, veröffentlichte 2012 ihren DebütromanBlasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam, der Platz 1 der ORF-Bestenliste erreichte und Leser wie Presse gleichermaßen begeisterte. Übersetzungen ins Tschechische, Niederländische, Französische sowie eine Verfilmung sind in Arbeit. Nach ihrer Lesereise in über 100 Städte und 10 Länder studiert sie nun in Wien Altgriechisch. Vea Kaisers zweiter Roman Makarionissi oder Die Insel der Seligen ist im Mai 2015 erschienen. (Quelle: KiWi-Verlag)

*Infos zur Lesereise*


Sprecher

Burghart Klaußner ist neben diversen Bühnen-Engagements in zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen zu sehen. 2010 erhielt er den Deutschen Filmpreis für seine Rolle des Pfarrers in dem oscarnominierten Kinofilm Das weiße Band(Quelle: KiWi-Verlag)

*weitere Infos zu Burghart Klaußner*


Meine Bewertung

Handlung: 

Figuren: 

Spannung: 

Humor: 

Atmosphäre: 

Erzählstil: 

Sprecher: 

stempel steckbrief IGesamtbewertung:



Mein Fazit

„Makarionissi oder Die Insel der Seligen“ ist eine zauberhafte Familiengeschichte, die sich über mehrere Generationen und Länder erstreckt und die Vea Kaiser meisterhaft und wortgewandt erzählt. Die junge Autorin beherrscht die Kunst des Fabulierens und Formulierens aufs Allerfeinste. Auch ihre Protagonisten und Nebenfiguren sind liebevoll, sympathisch und humorvoll gezeichnet. Der Schauspieler und Sprecher Burghart Klaußner versteht es wunderbar, Kaisers Familiensaga zu interpretieren und überzeugend vorzutragen – mit einer ordentlichen Portion Ironie und Humor. Es ist ein wahrer Genuss, diesem Hörbuch zu lauschen und sich von Vea Kaisers Worten verzaubern zu lassen.


Vernetzung

Rezension:

Gelas Home of Books

Hörbuchtipp:

Funkhaus Europa

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5

*Hörbuch-Rezension* Das Blubbern von Glück / Barry Jonsberg

Gelesen von: Laura Maire
Laufzeit: 215 Minuten (gekürzte Lesung)
Verlag: der Hörverlag (September 2014)
Originaltitel: My life as an alphabet
ISBN: 978-3-8445-1577-0
 Genre: Jugendbuch ab 10 Jahre
Preis: 14,99 €

Der Inhalt

Hallo, ich bin Candice Phee, 12 Jahre alt, hundertprozent ehrlich und ein bisschen … anders. Anfang der Sommerferien bekam ich die Aufgabe, einen Aufsatz über mein Leben zu schreiben, in 26 Abschnitten, von A bis Z. Also erzähle ich von meiner großen Mission: Ich will, dass die Welt um mich wieder blubbert vor Glück! So wie früher, bevor meine kleine Schwester starb. Wie ich es schaffe, dass sich der größte Traum meines Freundes Douglas erfüllt, dass mein Vater und mein Onkel sich wieder vertragen und meine Brieffreundin mir nach Jahren zum ersten Mal antwortet, das könnt ihr alles auf diesem Hörbuch hören! (Quelle: der Hörverlag)

Die Heldin

Die zwölfjährige Candice ist ein ganz besonderes Mädchen: Sie ist absolut ehrlich und aufrichtig in allem, was sie sagt und tut. Sie spricht nicht gerne, sondern schreibt ihrem Gegenüber lieber einen Zettel. Ihr Lieblingsbuch ist ein Wörterbuch und sie besitzt einen Goldfisch als Haustier, mit dem sie lange, philosophische Gespräche führt. Die Stifte in ihrem Federmäppchen sind stets penibel sortiert und in ihrer Klasse gilt Candice als Außenseiterin, was sie jedoch nicht stört. Candice ist einfach anders – und auch das stört sie nicht. Eigentlich fühlt sie sich rundum wohl in ihrer eigenen Welt – mit ihrem Goldfisch Erdferkel Fisch, ihrem verrückten Freund Douglas, dem reichen Patenonkel Brian und mit ihren geliebten Gelstiften. Eigentlich blubbert Candice´ Leben vor Glück, wären da nicht einige Umstände, die dieses Glück empfindlich stören würden. Der plötzliche Tod ihrer kleinen Schwester Sky zum Beispiel oder die Depression ihrer Mutter. Auch der Streit zwischen ihrem Vater und Onkel Brian beschäftigt Candice ungemein. Und dass ihre Brieffreundin Denille noch keinen einzigen ihrer Briefe beantwortet hat, kann sie überhaupt nicht verstehen. Aber wie schon gesagt – Candice ist ein besonderes Mädchen. Sie nimmt sich fest vor, das Glück in ihrem Haus und ihrer Umwelt wieder herzustellen und verfolgt dieses Ziel auf sehr kreative und eigenartige Weise. Denn eins ist ihr wichtiger als alles andere: Das Leben ihrer Familie soll wieder blubbern vor Glück!

„Du bist doch autistisch, nicht wahr?“ – „Nein.“ … „Was bist du dann?“, fragte sie. „Ich bin ich,“ antwortete ich.

Die Gedanken zum Buch

Candice Phee erzählt ihre Geschichte aus ihrer Sicht – in der Ich-Perspektive. Sie erzählt ihre Geschichte in Form eines Aufsatzes, bei dem jeder Buchstabe des Alphabets für einen Bereich ihres Lebens steht – von A für Aufsatz, über C für Chaos, H für Hoffnung, L für Lachen und T für Tränen bis hin zu Z für Zeitenwende. Dieser Aufsatz zieht sich wie ein roter Faden durch das (Hör-)Buch und wir lernen so Candice und ihre Welt ausgiebig kennen. Auffällig dabei ist der positive Blickwinkel, mit dem Candice alle Dinge betrachtet. Natürlich ist sie tief betrübt, dass ihre Mutter krank ist, dass die kleine Schwester nicht mehr lebt und dass ihr Vater und sein Bruder Brian sich ständig aus dem Weg gehen. Dennoch gibt das Mädchen nicht auf – sie hält an ihrer positiven Lebenseinstellung fest und ist wild entschlossen, die Umstände zu ändern. Mit einer kindlichen Freude und heiterem Eifer macht sie sich daran, wieder eine Portion Glück in das Leben ihrer Mitmenschen zu zaubern. Die Lebensfreude, die Candice ausstrahlt, hat mich sehr bewegt, inspiriert und fröhlich gestimmt. Der Name Candice hat mich an die englische Bezeichnung für Süßigkeiten erinnert – Candy – und das passt wunderbar zu Candice – denn sie ist absolut süß und einfach goldig. Bewundernswert finde ich auch, dass sie sich so akzeptiert und annimmt, wie sie ist. Sie weiß, dass sie manchmal „merkwürdig“ ist – und das ist in Ordnung für sie. Manchmal wirkt sie zwar ein wenig naiv, aber sie ist immer authentisch – und herzensgut.

Barry Jonsberg hat den Charakter von Candice – wie auch den der anderen Figuren – äußerst liebevoll gezeichnet und dargestellt. Es ist ihm gelungen, den Ton eines zwölfjährigen, „besonderen“ Mädchens glaubwürdig zu treffen – und seine Leserschaft damit mitten ins Herz. Trotz einiger trauriger Szenen wirkt die Handlung niemals melodramatisch oder übertrieben tragisch. Dies ist sicher den originellen Charakteren und Candice´ lebensfroher Ausstrahlung zu verdanken. An manchen Stellen haben mich Candice´ Schilderungen herzhaft zum Lachen gebracht und ich habe mich köstlich über ihre Originalität amüsiert. Wer schenkt schon seiner Lehrerin, die ein schielendes Auge hat, eine Piraten-Augenklappe? Wer unterstützt seinen Freund dabei, mit einem Sprung vom Baum in eine andere Dimension zu wechseln? Und wer bekommt als Teenager einen Heiratsantrag von Douglas Benson, dem Jungen aus einer anderen Dimension?

Ich habe es von A bis Z genossen, mir dieses bezaubernde Hörbuch anzuhören und in die Welt von Candice einzutauchen. Laura Maire liest die Geschichte durchweg überzeugend und authentisch. Sie ist eine grandiose Sprecherin, deren Stimme hervorragend zur Figur der Candice passt – ich hätte mir für dieses Hörbuch keine bessere Sprecherin vorstellen können.

Ich kann allerdings nicht ganz nachvollziehen, warum „Das Blubbern von Glück“ für Kinder ab zehn Jahren empfohlen wird. Meiner Meinung nach ist es aufgrund der Thematik und der – an manchen Stellen – philosophischen Ausführungen von Candice eher für Teenager und ältere Leserinnen und Leser geeignet.

Der Autor

Barry Jonsberg ist einer der renommiertesten australischen Kinder- und Jugendbuchautoren. Er studierte Englisch und Psychologie und arbeitete als Lehrer, bevor er freiberuflicher Schriftsteller wurde. Seine Bücher wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Children´s Peace Literature Award für „Das Blubbern von Glück“, und sind in den USA, in England, Frankreich, Polen, Deutschland, China, Ungarn und Brasilien erschienen. Barry Jonsberg lebt mit seiner Frau, seinen Kindern und zwei Hunden in Darwin, Australien. (Quelle: der Hörverlag)

Die Sprecherin

Laura Maire, geboren 1979 in München, absolvierte ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt. Bekannt wurde sie durch eine Hauptrolle in der ARD-Vorabendserie „Verdammt verliebt“. Sie ist u.a. die Stimme von Kirsten Dunst und synchronisiert Ashley Greene (als Alice Cullen) in der „Twilight“-Reihe. Maire erhielt 2011 den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin. 2014 las sie für den Hörverlag den Thriller „Schattengrund“ von Elisabeth Herrmann und erhielt für ihr „virtuoses Sprach-Spiel“ noch einmal den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin. (Quelle: der Hörverlag)

Das Fazit und die Bewertung

„Das Blubbern von Glück“ ist ein hinreißendes und bezauberndes Hörbuch, das einerseits rührend und bewegend, aber auch humorvoll und inspirierend ist. Es ist eine Geschichte mit „Wohlfühl-Charakter“, die ich sehr gerne empfehlen möchte für (junge) Leserinnen und Leser ab zwölf Jahren. 🙂

 Vielen Dank an Random House für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 🙂

4

„Die Erfindung der Flügel“ von Sue Monk Kidd *Hörbuchrezension*

Gelesen von: Inka Friedrich und Bibiana Beglau

Laufzeit: 13 Stunden 35 Minuten (ungekürzte Lesung)
Verlag: der Hörverlag (19. Januar 2015)
Originaltitel: The Invention of Wings
Genre: Belletristik

Der Inhalt

Zu ihrem elften Geburtstag erhält Sarah, Tochter reicher Gutsbesitzer, ein ungewöhnliches Geschenk: die zehnjährige Sklavin Hetty, die ihr als Dienstmädchen zur Verfügung stehen soll. Doch Sarah geht das gegen den Strich, und stattdessen bringt sie dem Mädchen Lesen und Schreiben bei – obwohl das streng verboten ist. Gemeinsam kämpfen sie fortan einen schwierigen und mutigen Kampf gegen Zwänge und Konventionen ihrer Zeit – über mehr als dreißig Jahre hinweg. Dabei geht es nicht nur um die Rechte als Frau oder gar als Mensch, um herbe Verluste, unnachgiebige Intriganten und das ein oder andere unerwartete Geheimnis, sondern vor allem um die Kraft der Freundschaft. (Quelle: der Hörverlag)

„Mein Körper mag ein Sklave sein, aber nicht mein Geist.“ (Hetty)

Die Heldinnen

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Sarah Grimké und der Sklavin Hetty – jeweils in der Ich-Perspektive – erzählt. Da sich die Handlung über mehr als drei Jahrzehnte erstreckt, lernen wir die beiden Protagonistinnen zuerst als junge Mädchen und dann später als „reife“ Persönlichkeiten kennen. Sarah Grimké wächst als Tochter eines wohlhabenden Anwalts in Charleston auf – mit zehn Geschwistern und etlichen Sklaven. Sie ist wissbegieriger und intelligenter als andere Mädchen ihres Alters und liebt es, sich in Bücher zu vertiefen. Der Sklaverei steht sie von Kind auf äußerst kritisch gegenüber, sie würde den Haussklaven – insbesondere Hetty – am liebsten die Freiheit schenken. Mit ihrer aufmüpfigen Art handelt sie sich so manchen Ärger ein. Aber sie bleibt ihrem Prinzip, sich für die Sklaven stark zu machen, durchweg treu und setzt sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten hingebungsvoll für die Abschaffung der Sklaverei ein. Dabei werden ihr von ihrer Familie, von den Bewohnern Charlestons und von der presbyterianischen Kirche nicht wenige Steine in den Weg gelegt. Schließlich ist Sarah ja „nur“ eine Frau – und Frauen hatten zu Beginn des 19. Jahrhunderts keinerlei Mitspracherecht, was Politik anging. Als Abolitionistin (Gegnerin der Sklaverei) wird sie von ihren Mitmenschen zunehmend geächtet und verspottet. Aber als starke Frau hält sie diesen Anfechtungen und Angriffen stand und geht mutig weiter ihren Weg. Unterstützt wird Sarah dabei von ihrer jüngeren Schwester Angelina, die ebenso wie sie ein großes Herz für die Sklaven hat, und von der Haussklavin Hetty.

Auch Hetty, die eigentlich Handful heißt, wächst bei der Familie Grimké in Charleston auf – allerdings nicht als gleichwertiges Familienmitglied, sondern als Eigentum der Grimkés. Im Alter von zehn Jahren wird Hetty der damals elfjährigen Sarah zugeteilt – als Geschenk zu deren Geburtstag. Die Mädchen freunden sich rasch an, und Sarah lehrt Hetty das Lesen und Schreiben, obwohl dies strengstens untersagt ist. Aber auf diese Weise erlangt Hetty wenigstens ein Stück Freiheit, nämlich die Freiheit ihres Geistes. Und so entwickelt sie sich immer mehr zu einem Freigeist, der sich innerlich weder brechen noch verbiegen lässt, auch wenn das äußerlich – durch harte Bestrafungen bedingt – manches Mal so wirkt. Hetty erträgt ihr Schicksal mit viel Ausdauer und Mut, aber sie findet sich niemals mit ihrer Situation ab. Anstatt zu resignieren, würde sie (fast) alles für ihre Befreiung tun, denn ihr Wunsch nach Freiheit und Gleichheit ist unfassbar groß.

Beide Frauen haben ihr Ziel – die Befreiung der Sklaven – stets vor Augen und kämpfen mit ihren Mitteln unerschrocken, leidenschaftlich und hartnäckig für ihre Ideale. Dabei stehen sie räumlich nicht immer Seite an Seite, sind aber in ihrem Inneren stark miteinander verbunden. Während die Figur der Hetty fiktiv ist, hat sich Sarah Grimké tatsächlich als Abolitionistin für das Ende der Sklaverei eingesetzt sowie sich für die Rechte der Frauen stark gemacht. Ich empfinde großen Respekt für ihr Engagement und bewundere ihren Mut, ihre Kraft und ihre Entschlossenheit. Für mich sind beide Frauen – sowohl die fiktive Hetty als auch die „echte“ Sarah – wahre Heldinnen! 🙂

Die Autorin

Sue Monk Kidd hatte sich in den USA bereits mit dem Schreiben von Biografien einen Namen gemacht, ehe „Die Bienenhüterin“ erst zum Geheimtipp, dann zum großen internationalen Bestseller wurde. Ihr lange erwarteter neuer Roman „Die Erfindung der Flügel“ sorgte in den USA gleich nach Erscheinen für großes Aufsehen und stieg auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste ein. Die Filmrechte hat sich Oprah Winfrey gesichert. Sue Monk Kidd lebt mit ihrer Familie in South Carolina. (Quelle: der Hörverlag)

Der Schreibstil der Autorin ist schlichtweg hervorragend. Sie bedient sich einer bildlichen und an manchen Stellen poetischen Sprache. Sue Monk Kidd versteht es ganz wunderbar, gezielt mit Worten umzugehen und ihre Leserschaft tief in die Geschichte um Sarah und Hetty hineinzuziehen. Dabei vermeidet sie unnötige Dramatisierungen und drückt niemals bewusst auf die „Tränendrüse“. Sue Monk Kidd lässt Hetty ihre Erlebnisse sachlich, ja fast schon nüchtern und ohne jegliches Selbstmitleid schildern. Für mich hat diese Erzählweise die Grausamkeiten, die mit der Sklaverei einhergehen, noch verstärkt und die Geschehnisse eindrücklicher wirken lassen. Die Charaktere des Romans zeichnet die Autorin sehr glaubhaft, lebendig und vielschichtig. Auch die historischen Hintergründe bindet sie geschickt in die Handlung ein, so dass man beim Lesen bzw. Zuhören ein vielseitiges Bild von der Situation der Sklaven und den Aktionen der Abolitionisten bekommt. Man merkt, dass Sue Monk Kidd für ihren Roman äußerst gründliche Recherchen betrieben und sich ausführlich mit der wahren Geschichte von Sarah Grimké auseinander gesetzt hat.

Die Sprecherinnen

„Die Erfindung der „Flügel“ wird von den Schauspielerinnen Inka Friedrich und Bibiana Beglau gelesen, wobei Inka Friedrich den Part von Sarah Grimké spricht und Bibiana Beglau in die Rolle der Hetty schlüpft. Zuerst ist es mir schwer gefallen, den beiden Sprecherinnen zu folgen und es hat eine Weile gedauert, bis ich mich an ihre Stimmen gewöhnt hatte. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass Sarah und Hetty zu Beginn der Geschichte noch Kinder sind und die Sprecherinnen über sehr „reife“ Stimmen verfügen, die nicht gerade einer Kinderstimme entsprechen. Im weiteren Verlauf der Handlung haben mich Inka Friedrich und Bibiana Beglau dann doch überzeugt. Ihre Stimmen passen hervorragend zu den Charakteren von Sarah und Hetty und man kann sich als Zuhörer somit bestens in die Protagonistinnen hinein versetzen und ihr Schicksal fast hautnah miterleben. Während Frau Beglaus Stimme an den Klang eines Reibeisens erinnert – und dies passt sehr gut zu Hetty und ihrer rauen Schale – klingt Frau Friedrichs Stimme eher streng und ein wenig affektiert – so wie man sich eine gebildete Südstaaten-Dame aus gutem Hause vorstellt. Weitere Informationen zu den Sprecherinnen findet ihr bei: der Hörverlag.

Die eigene Meinung

„Die Erfindung der Flügel“ hat mich bewegt, aufgewühlt, berührt, erschüttert und – beflügelt. Sue Monk Kidd hat mich mitgenommen auf eine Reise in das South Carolina des 19. Jahrhunderts – mitten hinein in das Übel und die Grausamkeiten der Sklaverei. Ich habe Sarah und Hetty bei ihrem Kampf um Freiheit begleitet, habe mit ihnen gelitten, gefühlt und gehofft, habe das Schicksal anderer Sklaven kennen gelernt und die Entstehung des Widerstands gegen die Sklaverei miterlebt. Diese Reise, auf die ich mich lesend begeben habe, war nicht immer unbeschwert und leicht, hat sich aber auf jeden Fall gelohnt und mein „Literatur-Leben“ mit vielen wertvollen Eindrücken bereichert. Besonders schön fand ich auch, dass die Autorin trotz der harten Schicksale ihrer Charaktere stets einen Funken Hoffnung aufschimmern lässt.

Ich möchte diesen großartigen und bewegenden Roman aus vollem Herzen weiterempfehlen – sei es als Hörbuch oder in Buchform. 🙂

Die Bewertung

Für dieses Meisterwerk von Sue Monk Kidd vergebe ich die volle Lese-Helden-Punktzahl.

20

*Top Ten Thursday* 10 Bücher, deren Handlung in Deutschland spielt

Die Aktion wird von Steffi veranstaltet. Alle Infos dazu und die Listen anderer Blogger findet ihr auf ihrem Blog Steffis Bücher-Bloggeria.

Das Thema heute lautet:

10 Bücher, deren Handlung in Deutschland spielt

Die Reihenfolge der Bücher und Hörbücher habe ich willkürlich festgelegt. Wenn ihr das jeweilige Cover anklickt, gelangt ihr zur Verlagsseite des Buches.

♥ ♥ ♥

„Eine Woche voller Samstage“ von Paul Maar: BAMBERG (Drehort der Verfilmung)

♥ ♥ ♥

„Emil und die Detektive“ von Erich Kästner: BERLIN

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„Grenzgang“ von Stephan Thome: BIEDENKOPF

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„Schwarze Piste“ von Andreas Föhr: MIESBACH (Oberbayern)

Andreas Föhr - Schwarze Piste

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„Das Dorf der Mörder“ von Elisabeth Herrmann: BERLIN + WENDISCH BRUCH

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„Tiefe Wunden“ von Nele Neuhaus: TAUNUS

Nele Neuhaus: Tiefe Wunden

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„Hummeln im Herzen“ von Petra Hülsmann: HAMBURG

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„Tief durchatmen, die Familie kommt“ von Andrea Sawatzki: ?

Hörbuchcover Sawatzki - Tief durchatmen, die Familie kommt

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„Goetheruh“ von Bernd Köstering: WEIMAR

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„Eulenkopf“ von Charlie Weller: GIESSEN (Heimat-Nähe) 🙂

Kennt ihr eins der Bücher? Lest ihr auch so gerne Romane oder Krimis mit „Heimat-Nähe“?

Ich freue mich schon darauf, eure Listen durchzustöbern! 🙂

Viele liebe Grüße aus Hessen 🙂

von Tina

12

*Top Ten Thursday* 10 Bücher, die ihr 2015 unbedingt lesen wollt

Die Aktion wird von Steffi veranstaltet. Alle Infos dazu und die Listen anderer Blogger findet ihr auf ihrem Blog Steffis Bücher-Bloggeria.

Heute gibt es wieder ein tolles Thema:

„10 Bücher, die ihr 2015 unbedingt lesen wollt“!

Noah und ich machen diesmal gemeinsam mit. Wir teilen uns sozusagen eine Top-Ten-Liste und haben deshalb auch zwölf statt zehn Bücher aufgelistet. 😉 Eine Auswahl zu treffen war ganz schön schwierig – es gibt einfach zu viel gute Literatur! 🙂

Hier ist also unsere Top-Twelve-Thursday-Liste. Wenn ihr das Cover anklickt, gelangt ihr zur Verlagsseite des jeweiligen Buches. Die Reihenfolge ist willkürlich.

♥ ♥ ♥

„Rico, Oskar und der Diebstahlstein“ von Andreas Steinhöfel: Die Reihe um Rico und Oskar ist wunderbar witzig und amüsant. Noah und ich lesen die Bücher zusammen – d.h. wir lesen uns gegenseitig vor und hatten dabei schon viele lustige Lesestunden. Zur Zeit sind wir beim zweiten Band („Rico, Oskar und das Herzgebreche“) und möchten danach unbedingt noch Teil 3 (siehe Abbildung) lesen.

„Joe Hart und die Blauen Tiger (Band 4): Doppelte Bedrohung“ von Daniel Kowalsky: Die Joe-Hart-Bücher sind bestens geeignet für Jungen, die Action und Spannung mögen. Noah sammelt die Bände seit letztem Jahr und ist total begeistert davon. Teil 5 „Joe Hart: Im Netz von Tarantola“ erscheint übrigens im Februar diesen Jahres.

„Drachen mögen keine Kekse“ von Claudia Weiand: Eine amüsante Reihe für Jungen und Mädchen, die in Tagebuchform des elfjährigen Julius geschrieben ist und von seiner Freundschaft mit dem frechen Drachen Quentin handelt.

„Gregs Tagebuch 9: Böse Falle!“ von Jeff Kinney: Die Tagebücher von Greg liebt Noah! Er möchte diese Reihe in diesem Jahr unbedingt komplett lesen. 🙂

„Mandela und Nelson“ von Hermann Schulz: Für einen leidenschaftlichen Fußball-Fan wie Noah gehört dieses schöne Buch natürlich auch zur „Pflicht“-Lektüre für 2015. 😉

„Getrieben. Durch ewige Nacht“ von Veronica Rossi: Schon vom ersten Teil dieser Reihe („Gebannt“) war ich unheimlich begeistert und freue mich nun auf Band 2 (und vielleicht auch noch Band 3). 🙂 Eine absolute Leseempfehlung für alle, die gute Dystopien mögen.

„Pride and Prejudice“ von Jane Austen: Dieses Meisterwerk habe ich zwar schon mehrfach gelesen, möchte dies aber in diesem Jahr gerne noch einmal tun – im Rahmen der Lese-Challenge „The World of Jane Austen Reading Challenge“. Jane Austen gehört zu meinen Lieblingsautorinnen und dies ist mein Lieblingsbuch von ihr.

„Yolo, Kaugummi-Knoblauch-Vanilleeis und eine Überraschung zu viel“ von Gerlis Zillgens: Gestern – am 14.Januar – ist endlich der zweite Yolo-Band erschienen! 🙂 Das erste Buch über die liebenswerte Yolo habe ich bei lovelybooks in einer Leserunde mit der Autorin gelesen und war restlos begeistert. 🙂 Die Leserunde zum neuen Yolo-Buch startet in Kürze, und ich werde mit großer Freude wieder daran teilnehmen. Falls jemand Lust hat, auch mitzumachen – man kann sich bei lovelybooks für ein kostenloses Leseexemplar bewerben.

„Vollendet“ von Neal Shusterman: Von dieser Reihe habe ich schon so viel Gutes gehört bzw. gelesen. Ich „muss“ die Bücher nun – als Dystopie-Fan – unbedingt lesen! *freu*

„Oma lässt grüßen und sagen, es tut ihr leid“ von Fredrik Backman: Nachdem mir Backmans „Ove“ so richtig ans Herz gewachsen ist, bin ich jetzt schon sehr gespannt darauf, die „grüßende Oma“ kennen zu lernen. 😉 Das Buch erscheint am 25.Juni 2015.

Hörbuchcover Meyer - Wie Blut so rot

„Wie Blut so rot (Die Luna-Chroniken: Band 2)“ von Marissa Meyer: Hach ja – die „Luna-Chroniken“! 🙂 Eine wunderschöne Reihe mit einer gelungenen Mischung aus Märchen und Science-Fiction. Ich habe vor kurzem den ersten Teil „Wie Monde so silbern“ gehört und da hat mich sofort das „Luna-Fieber“ gepackt. 🙂

Hörbuch Wolfsschlucht

„Wolfsschlucht“ von Andreas Föhr: Endlich ein neuer Krimi von meinem Lieblings-Krimi-Autoren! „Wolfsschlucht“ erscheint am 2.Februar 2015 – ich kann es kaum noch erwarten! 😉 Allen, die gerne humorvolle Regional-Krimis mit wunderbar kauzigen Figuren lesen, kann ich diese „Schätze“ unbedingt empfehlen.

♥ ♥ ♥

Welche „Buchschätze“ möchtet ihr in diesem Jahr unbedingt lesen?

Gibt es ein Buch, auf das ihr euch ganz besonders freut?

Wir freuen uns auf eure Kommentare und auf weitere Leseanregungen! 🙂

Es grüßen euch ganz herzlich,

Noah und Tina

23

*Top Ten Thursday* Meine Highlights aus dem Jahr 2014

Die Aktion wird von Steffi veranstaltet. Alle Infos dazu und die Listen anderer Blogger findet ihr auf ihrem Blog Steffis Bücher-Bloggeria.

Heute geht es um die Highlights aus dem letzten Jahr. Ich liste hier 10 Bücher bzw. Hörbücher auf, die mir im Lesejahr 2014 besonders gut gefallen haben. 🙂 Einige davon sind 2014 erschienen, andere gibt es schon etwas länger.

Da wir zur Zeit im Winterurlaub sind, gibt´s aus Zeitgründen nur die „abgespeckte“ Version einer TTT-Liste (ohne Cover). 😉 Wenn ihr die Titel anklickt, gelangt ihr zur Verlagsseite des jeweiligen Buches.

♥ ♥ ♥

„Totensonntag“ von Andreas Föhr

„Gebannt. Unter fremdem Himmel“ von Veronica Rossi

„Das Rosie-Projekt“ von Graeme Simsion

„Ready Player One“ von Ernest Cline

„Der Circle“ von Dave Eggers

„Nichts. Was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller

„Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backman

„Onyx. Schattenschimmer (Obsidian Band 2)“ von Jennifer L. Armentrout

„Yolo, der wild gewordene Pudding und Jo Zwometerzwo“ von Gerlis Zillgens

„Maze-Runner“-Trilogie von James Dashner

♥ ♥ ♥

Was sind eure Highlights aus dem Jahr 2014?

Gibt es ein Buch, das ihr mir unbedingt empfehlen könnt?

Ich freue mich auf und über eure Kommentare wie eine Schneekönigin 🙂 und sende euch ganz herzliche Grüße aus dem Urlaub im wunderschönen Allgäu,

Tina 🙂